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| Bild: music.ch |
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15.12.2004
Legale Downloads werden kaum genutzt
Der Lehrstuhl Marketing an der Universität Zürich hat eine Studie zum Thema
«Musik-Downloads – Erfolgsfaktoren für ein kundengerechtes Online-Angebot»
publiziert. Die Studie soll Anregungen für die Ausgestaltung von kommerziellen
Musik-Angeboten im Internet geben und das heutige Downloadverhalten beleuchten. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden im Herbst 2004 rund 1500 Personen über
Internet befragt.
Nachdem die Musikbranche seit Jahren über sinkende Umsätze klagt und dem Musiktausch im Internet eine massgebliche Schuld dafür zuschreibt, scheint Bewegung in den Markt der Online-Musik zu kommen. Gleich mehrere Anbieter lancierten diesen Herbst in
der Schweiz ihre Plattformen für den digitalen Musikkauf. Die Leistungen sind allerdings überall sehr ähnlich, wenn nicht gar identisch. Im Rahmen der Untersuchung wurden im Herbst 2004 über 1’500 vorwiegend jugendliche Personen befragt. Die Erhebung der
Daten dauerte zwölf Tage und erfolgte über Internet in Kooperation mit tilllate.ch und der Rogator Software AG.
Preis ist den Konsumenten am wichtigsten.
Zur Untersuchung wurde ein Kurzbericht verfasst, der nun zum freien Download zur Verfügung steht (siehe Link am Ende dieses Textes). Darin werden die Untersuchungsmethoden
kurz erläutert sowie die wichtigsten und spannendsten Resultate der Studie präsentiert.
Die Autoren zeigen unter anderem auf, dass in Bezug auf die Nutzung von Online-
Musik-Angeboten der Preis der wichtigste Faktor ist. Bei der Preisgestaltung sehen die
Verfasser der Studie indes noch viel Spielraum. Die Ergebnisse lassen unter anderem darauf
schliessen, dass eine Senkung der Preise ein Umsatzwachstum bewirken würde. Weiter
zeigen die Resultate, dass freie Musiktauschbörsen nach wie vor sehr beliebt sind: Gut 70
Prozent der Befragten geben an, Musik über Tauschbörsen zu beziehen. Von ihnen laden
knapp 40 Prozent mehr als fünf Songs pro Monat herunter. 22 Prozent aller Teilnehmenden
geben an, gar keine Musik-Downloads zu tätigen.
Tauschbörsen hemmen die Attraktivität kommerzieller Angebote
Laut der Umfrage laden vor allem männliche Personen zwischen 19 und 22 Jahren Musik
aus dem Internet herunter. Gefragt sind bei den Teilnehmenden vor allem Hip-Hop/R’n’Bund
Popsongs. Dabei werden vorwiegend einzelne Titel und eher selten ganze Alben bezogen. Die Tatsache, dass viele Songs «kostenlos» über Tauschnetzwerke heruntergeladen
werden können, ist für die Befragten der Hauptgrund, warum sie keine kommerziellen
Angebote nutzen. Aus Sicht der Autoren wird daher das Potential zur Ausgestaltung von
Online-Angeboten noch nicht voll ausgeschöpft.
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