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| Apple CEO Steve Jobs |
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09.08.2005
Bewegung im Download-Business
Das Business mit Musikdownloads gerät wieder in Bewegung. Marktbeobachter rechnen mit einem baldigen Einstieg von Amazon in das Downloadgeschäft, während Apple's iTunes in Japan offenbar Kompromisse eingegangen ist, welche auf einen stärkeren Einfluss der Industrie schliessen lassen.
Niemand verkauft soviel digitale Musik wie Apples iTunes Music Store. Die Computerfirma ist in dieser Sparte weltweit marktbeherrschend. Letzte Woche wurde mit Japan auch der zweitgrösste Musikmarkt der Welt erschlossen. Mit durchschlagendem Erfolg: Der Online-Dienst verkaufte in den ersten vier Tagen im Land der aufgehenden Sonne eine Million Songs. "iTunes ist in Japan die Nummer eins unter den Online-Musikläden in nur vier Tagen geworden", freute sich Apple-Chef Steve Jobs. Das Unternehmen habe damit auf Anhieb zwei Mal so viele Songs verkauft als andere Online-Musik-Services in einem Monat.
Den Erfolg in Japan hat sich Apple allerdings mit weitreichenden Zugeständnissen erkauft. Erstmals hat das Unternehmen einem zweigleisigen Preismodell zugestimmt. Der weltweite Erfolg von iTunes basierte bisher unter anderem auf einem starren Preiskonzept (99 Euro-Cent) pro Song. Um in den umkämpften japanischen Markt einzudringen, hat Apple offensichtlich dieses Konzept fallen lassen. Die Preise mussten den Vorstellungen der lokalen Musikindustrie deutlich angepasst werden. 150 Yen, das sind umgerechnet 1,10 Euro, werden für die meisten angebotenen Songs fällig. Etwa 10 Prozent der verfügbaren Titel kosten 200 Yen bzw. 1,45 Euro.
Boykott der hiesigen Industrie
Hierfür muss man wissen, dass in Europa federführende Majors Apples iTunes nach wie vor defakto boykottieren. Titel deren Rechte von Sony Music oder Warner Music kontrolliert werden, gibt es auf iTunes bis heute weltweit nicht zu kaufen. Nach Ansicht dieser Rechteinhaber ist der 99-Cent-Preis von Apple zu billig. Sie stösst sich ausserdem am relativ liberalen Rechtemanagement welches Apple anwendet. In Japan hat Apple gemäss Brancheninsidern diesem Druck nun nachgegeben. Das deutsche Branchenblatt 'Musikwoche' schreibt in diesem Zusammenhang bereits von einem "Jahr 2006 Problem" von Apple. Dabei werde es nicht nur um das 99-Cent-Konzept von Apple gehen, sondern auch um eine mögliche Öffnung des Digital-Rights-Management-Systems FairPlay. Sowohl das Ein-Song-ein-Preis-Dogma von Apple als auch das hermetisch geschlossene System aus iTunes und iPod ist in der Musikindustrie seit geraumer Zeit ein Ärgernis.
Amazon vor dem Eintritt ins Downloadgeschäft
Gleichzeitig berichteten verschiedene Medien von einem noch 2005 bevorstehenden Einstieg von Amazon ins Downloadgeschäft. Der Marktführer für den Versandhandel von Büchern und CD's über das Internet prüfe aktuell entsprechende Pläne. Mit einem möglichen Einstieg von Amazon würde sich die Konkurrenz für Apple, OD2 (in der Schweiz Betreiberin von MSN Music, MyCokeMusic und i-M) und Sony Music (Sony Connect) weiter verschärfen. Noch sind keine Details über das geplante Angebot bekannt. Ein Einstieg von Amazon würde aber die Industrie, welche bisher vor allem mit den eigenen Angeboten über OD2 und Sony Connect opperierte, weiter unter Druck setzen.
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