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| Die Aufforderung wörtlich genommen: Take Part or Vote |
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16.09.2005
"Soundcheck": Der beste Schummler gewinnt
Beim Bandwettbewerb "Soundcheck" von Coca Cola kann mit einem kleinen Trick gross geschummelt werden. Bei Coca Cola weiss man darüber Bescheid, kann aber wenig dagegen unternehmen.
Ein Beitrag im Diskussionsforum von music.ch brachte an den Tag, was TeilnehmerInnen des Wettbewerbs schon seit längerem mitverfolgen konnten. Durch eine einfache Manipulation an einer Datei auf dem Computer des Abstimmenden, können beliebig viele Stimmen für eine Band abgegeben werden. Geschieht dies allzu offensichtlich, werden den Bands die unlauter erworbenen Punkte durch Coca Cola wieder abgezogen. Sieben der Songs, die sich diese Woche in den Top Ten befinden, haben dieses Schicksal bereits erfahren.
Mit anderen Worten: Bei der Betreiberin des Wettbewerbs hat man das Problem erkannt, kann aber wenig dagegen unternehmen. Kein Wunder, denn technisch versierte Benutzer können mit wenig Aufwand auch vielfach abstimmen, ohne von der Betreiberin über die IP-Adresse des wählenden Computers eindeutig identifiziert zu werden. So berichtet A.S. gegenüber music.ch: "Ich habe für meinen Favoriten mehrere Hundert Stimmen in einer Woche abgegeben. Natürlich ohne dass Coca Cola etwas davon bemerkt hätte. Jedenfalls bekam die Band keinen Punkteabzug."
So ergab sich während allen fünf Abstimmungsrunden eine Spitze von Bands mit mehreren Tausend Stimmen, von denen die die Meisten sich nicht an die Spielregeln hielten. Durch das prominente Rating werden diese auch eher gesehen und erhalten auch mehr "legale" Stimmen. Die grosse und ehrliche Mehrheit frönt ein Dasein mit wenigen Dutzend oder Hundert Stimmen am Schluss des Rankings.
Für Pia Lehmann, Mediensprecherin von Coca Cola Schweiz ist dies nicht wirklich ein Problem: "Wir haben ausgeklügelte Sicherheitssysteme im Einsatz und betreiben die Voting-Plattform mit einem sehr versierten Partner."
Den offensichtlichen Zusammenhang, zwischen Bands, welche Stimmen von schummelnden Abstimmenden erhalten haben, und ihrer besseren Platzierung gegenüber anderen, konnte Lehmann gegenüber music.ch nicht nachvollziehen: "Es gewinnen die Besten. Wir haben viele, sehr kreative teilnehmende Bands." Wahrhaftig!
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Kommentare:
Kommentar von Martin03 vom 16.09.2005:
..naja, die Argumente von Coca-Cola sind ja ziemlich wässerig. Ich kann mir gut vorstellen, wie einfach die Manipulation ist: Der Abstimmungsserver darf den Compi, wo abgestimmt wird einfach nicht mehr erkennen, dh neue IP & cookie löschen und schon gehts wieder.
Von "ausgeklügelten Sicherheitssystemen" kann ich da nichts erkennen.
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Kommentar von screwer vom 18.09.2005:
ja, mag sein, dass das system noch nicht ganz ausgeklügelt ist. vielleicht geht das auch gar nicht, ein system zu machen, bei dem niemand schummeln kann. war trotzdem lustig und wenn man mitmachte sogar etwas spannend.
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Kommentar von kris vom 19.09.2005:
coca-cola müsste aus meiner sicht den wettbeweb abblasen. ist zwar den ehrlichen teilnehmern gegenüber unfair, aber es kann nicht wahr sein, dass sich die sieger den preis erschummeln müssen/können oder wie auch immer.
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Kommentar von Captain Nemo vom 20.09.2005:
Es ist wirklich eine verdammte Zwickmühle, in die man als Artist bei Mycoke zu geraten scheint:
mitschummeln oder in der Versenkung landen...
Die Cokeleute haben mittendrin die Sicherheitskontrolle von Flash auf IP-Adresse umgestellt. Die, die sich bis dahin raufgemogelt haben, konnten ihre Punkte behalten. Ist den ehrlichen Artists UND den Fans gegenüber ziemlich unfair und zeigt überhaupt nicht, was der Schweizer Musikmarkt alles wirklich zu bieten hat.
Gut, unterm Strich werden schlechte Bands mit gutem Webmaster eher früher als später in der Versenkung landen. Und die guten setzen sich auch ohne Contest irgendwann durch.
Aber solche Online-Contests könnten, wenn sie denn anders vorbereitet wären, auch dem Nachwuchs UND der Branche helfen.
So wie es jetzt gelaufen ist, ist oft einfach klickfreudiger Durchschnitt an der Spitze gelandet.
Schade
Und:
Warum macht man solche Votings nicht einfach narrensicher per SMS?
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Kommentar von moonrain.ch vom 22.09.2005:
Hab's mir doch gedacht, dass da vorne nicht mit legalen Mitteln gearbeitet wurde!
Nemo: SMS ist schön und gut, aber ich betreibe selbst einen SMS-Server, wie das System so mit sich bringt, kann man dort die eigene Sender-Nummer beliebig verändern, das wird nicht geprüft.
Ginge im Gegensatz zu Net-Votings aber übers Portemonnaie, da jedes SMS kostet.
Ansonsten müsste man eine Prüfung mit Rückfrage machen.
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Kommentar von Captain Nemo vom 24.09.2005:
Yeah, Moonrain. GANZ Narrensicher gehts sicher nie. Dafür sind einige Leutz zu kreativ. Aber sobald es eben anfängt zu kosten, beginnen die Dinge, sich zu normalisieren. Und diese Auswüchse wie bei mycokemusic mit dutzenden Klicks innert Sekunden gäb es sicher auch nicht.
Lasst aber auch uns Artists unser Bestes tun, um wieder mehr Qualität in den Äther zu schicken.
Dadurch reguliert sich die Szene von selbst!
;o)
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Kommentar von kevolution vom 26.09.2005:
Dass dort geschummelt wurde, war wohl offensichtlich. Wenn man den gesunden Menschenverstand benutzt, dann kommt man schnell darauf, dass Bands, die seit gut einem halben Jahr existieren und weder Konzerte Spielen, noch über eine Webadresse verfügen, etc. unmöglich innert Stunden tausende von ehrlichen Votes bekommen haben können.
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Kommentar von 50footmama vom 26.09.2005:
es ist wohl schwer anzunehmen, um nicht sagen zu müssen "erwiesen", dass ein getränke-multi wie coca cola die milliarden umsatz auch nicht ganz ohne dreckige pfoten erwirtschaftet. in dem sinne kann ich nur sagen: "gleich und gleich gesellt sich gern" oder "wie du mir so ich dir" oder "igitt ihr seid alles grüsel bei sowas überhaupt mitzumischeln".
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Kommentar von JanMoser vom 27.09.2005:
ich finds generell peinlich wenn die Band mit den meisten Kollegen oder mit der meisten Propaganda (1000e von SPAM mails a la Voted für uns) gewinnt...entweder man ist gut und muss sich nicht auf seine Kumpels bei einem lächerlichen Voting verlassen oder man braucht dies eben...im Grunde genommen funktioniert doch die ganze moderne Chartwirtschaft so....viel Mittelmass und Unterdruchschnitt wird genügend gehyped und kommt in die Charts....schade für die wenigen echten Perlen...
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Kommentar von Captain Nemo vom 27.09.2005:
Hm. Kommt ganz drauf an, was man erwartet: eine 'blitzschnellraufuntwiederrunter'-Karriere a la Salome? In dieser Sparte muss man gepusht werden. Oder will man mit seiner Musik überzeugen und wenn nötig, mit knurrendem Magen den edlen Weg gehn und es dann wie ein Mann tragen, wenn man damit auch noch den Zeitgeist trifft und Kohle scheffeln kann? In dieser Sparte braucht man weder klebrige braune Brühe, noch schnelles Internet, sondern nur 'Balls' und Power.
Von unseren 'boahsindwirgeileklicker'-Freunden werden wir sehr schnell nichts mehr hören. Die anderen aber (zB NEMO, um nur einige zu nennen) werden wir solange nicht los, wie es gute Musik gibt, die schliesslich auch noch Jemand machen muss...
;o)
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