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| Greenfield Festival 2006 |
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21.06.2006
Greenfield: Nicht nur von den Bergen umzingelt
Das Greenfield-Festival in Interlaken ist das entschieden rockigste der Schweiz. Und das ist gut so! Dies zumindest sagt Laura Valero welche das erste grosse Openair der Saison für music.ch besuchte.
Das Festivalgelände im weitläufigen, von Berggipfeln umzingelten Flachtal, wurde für drei Tage von friedfertigen Piraten und 'Jungpunkoiden' bewohnt.
Totenkopfmotive, Chucks und Tatoos waren dominierender Teil der Szenerie. Sie wurden gegen Sonnabend allerdings in zunehmendem Masse von Sonnenbrand und ist-mir-egal-wie-ich-aussehe-Attitüde abgelöst.
Musikalisch deckte das Programm fast jede Rocksparte ab. Vom Intstrumentemissbrauch der Basler Speck – im Openair-Programm treffend als kakophoner Noise bezeichnet –, über viel Rock, Rock, Rock in allen Varianten, bis zu den folkig-flockigen Lagerfeuer- und Blümchensongs von The Weepies. Das Musikliebhaberherz jedoch schlug bei den Auftritten der Briten von Archive und Elbow erst richtig mit. Nahezu perfekt abgemischt und wunderbar gespielt, kamen die bittersüsse melancholische Stimmung der Songs von Archive sowie die sonderbaren Melodien und Rhythmen von Elbow mit voller Kraft zur Geltung. Die Headliner und meist erwarteten Konzerte der Art und Prog-Metalrocker Tool am Freitag und von Depeche Mode und Placebo am Samstag waren jedoch die unbestrittenen Meister des Openairs. Tool setzten ihren kunstvollen und vielschichtigen Gitarrensound mit düsterer Videoshow in Szene. Placebo überzeugte mit eigenen Songinterpretationen die bewiesen, dass Livemusik lebt. Und Depeche Mode boten das perfekte Konzert mit einer gigantischen, durchkonzipierten Show und neben den neuen Songs wunderbar rockige aber natürlich auch technoide Neuinterpretationen alter Stücke. Nach Depeche Mode das Ende, sagte ich mir, und schmiss die Ohrstöpsel hin.
Von der ursprünglichen Prognose im Vorfeld des Festivals mit 15´000 bis 20´000 Besuchern pro Tag wurde die obere Marke erreicht, was der Veranstalter als Erfolg wertete.
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