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Stories

James Brown
25.12.2006
James Brown gestorben

Er war ein halbes Jahrhundert lang eine der schillerndsten und zugleich einflussreichsten Figuren der Soul-Musik: James Brown, "The Godfather of Soul", ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Nach Berichten des TV-Senders CNN und anderer US-Medien starb er am frühen Montagmorgen (Ortszeit) in einem Krankenhaus in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia). In der Klinik war er am Wochenende wegen einer Lungenentzündung behandelt worden.

James Brown wuchs in für afro-amerikanische Familien der damaligen Zeit typischen, ärmlichen Verhältnissen in Augusta (Georgia) auf. Als er 14 Jahre alt war verliess seine Mutter die Familie. Er zog zu seiner Tante und verbrachte seine weitere Jugend bei ihr. Nachdem er wegen bewaffneten Raubüberfalls vier Jahre im Gefängnis verbracht hatte und auf Bewährung entlassen wurde, schloss er sich den von Bobby Byrd geleiteten Gospel Starlighters an. In dieser Zeit änderte sich der Stil der Gruppe unter dem Einfluss von Louis Jordan, Ray Charles und Little Richard von Gospel zu R&B, was sich auch in einer Namensänderung in The Famous Flames äusserte. Aufgrund seiner markanten Stimme und durch seinen leidenschaftlichen Gesang wurde James Brown bald zum herausragenden Künstler dieser Gruppe. Im November des Jahres 1955 hörte der Produzent Ralph Bass den Song "Please, Please, Please" der Famous Flames und nahm die Band sofort unter Vertrag, worauf sich die Famous Flames in James Brown and the Famous Flames umbenannten. Ab diesem Zeitpunkt begann für James Brown eine beispiellos erfolgreiche Karriere.

James Browns erste Platte "Please Please Please" erschien 1956 bei KING Records und wurde ein Hit. In der Folgezeit hatte er zahlreiche weitere Hits wie "I Got You", "Cold Sweat" oder "It's A Man's World". Der endgültige Durchbruch gelang ihm mit der Veröffentlichung der LP "Live At The Apollo" im Jahr 1963, und das, obwohl die Veröffentlichung gegen den Willen seiner Plattenfirma erfolgt war, die nicht an den Erfolg einer Live-Platte glaubte. James Brown finanzierte die LP daher aus eigener Tasche. Es wurde zwar keine Single ausgekoppelt, was für den damals von Singles dominierten Plattenmarkt sehr ungewöhnlich war. Dennoch wurde "Live At The Apollo" ein enormer kommerzieller Erfolg. Im Jahr 1968 veröffenlichte Brown eine zweite im New Yorker Apollo aufgenommene Doppel-LP, die, ebenso wie ihre Vorgängerin, heute als Klassiker gilt. Später veröffentlichte er noch weitere dort aufgenommenen LPs.

Seit den 60er Jahren traten rhythmische Elemente in Browns Musik mehr und mehr in den Vordergrund. Er skelettierte seine Stücke bis auf das rhythmische Gerüst, die Melodien wurden auf riffartige Kürzel reduziert. Dominierend wurde hingegen ein meist von Schlagzeug, E-Gitarre und Bass gespielter, scharf akzentuierter und treibender Groove, der oft minutenlang beibehalten und variiert wurde. Bei vielen Stücken wurde ein einziges Riff über die gesamte Länge ständig wiederholt. Ein Break oder die Bridge - von James Brown häufig mit dem Zuruf "Take me to the bridge!" von seiner Band gefordert - bildeten meist den Höhepunkt der Stücke. James Browns Gesang entwickelte sich zu einem rhythmischen Sprechgesang, womit er Elemente des Rap vorweg nahm. Teilweise reduzierte Brown die Rolle seiner Stimme sogar auf kurze vokale Einwürfe wie "Hit Me!" oder noch weiter auf hervorgestossenes Ächzen und Kreischen. Den Höhepunkt dieser Entwicklung erreichte James Brown zu Anfang der 70er Jahre.

Als für die damalige Zeit provozierend selbstbewusst auftretender Afro-Amerikaner wurde er ab Ende der 60er Jahre zu einer Identifikationsfigur der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA, der seine Zeile "Say It Loud - I'm Black And I'm Proud" zum Slogan wurde. Dies liess ihn zwar zu einem Idol der farbigen Bevölkerung der USA werden, kostete ihn aber gleichzeitig Sympathien bei den Weissen. Auch sein offensives Zurschaustellen der eigenen Sexualität - Lied: "Sex Machine" - sorgte für Aufsehen. James Brown galt lange Zeit als einer der meistbeschäftigten Künstler im Show-Business mit bis zu 300 Auftritten und oft mehreren LP-Veröffentlichungen im Jahr. "Soul Brother Number One", "The Hardest Working Man In Show Business", "The Godfather Of Soul" und zuletzt "The Minister Of New Heavy Super Funk" sind die "Ehrentitel", mit denen er im Lauf seiner fast 50-jährigen Karriere gerühmt wurde - und die er sich meist selbst verliehen hat.

Ende der 70er Jahre liess sein Erfolg mit dem Aufkommen der Disco-Musik nach, so dass er sogar seinen Plattenvertrag verlor. Ab Mitte der 80er Jahre wurde seine Musik jedoch vor allem von Hip-Hop-Musikern wiederentdeckt und häufig gesampelt. Ein von seinem damaligen Schlagzeuger Clyde Stubblefield gespielter Drumbreak aus Browns Stück "Funky Drummer" aus dem Jahr 1969 gilt als eine der am häufigsten gesampleten Aufnahmen überhaupt. In der Folge des Revivals seiner Musik erlebte James Brown 1986 mit der Single "Living in America" ein kommerzielles Comeback, das jedoch nicht von Dauer war. Seine seither erschienenen Platten waren verglichen mit seinen klassischen Aufnahmen qualitativ unbeständig, wurden bei Kritik und Publikum teils entsprechend skeptisch aufgenommen und konnten nicht an seine früheren kommerziellen Erfolge anknüpfen. Dies hielt James Brown jedoch nicht davon ab weiterhin auf der ganzen Welt aufzutreten.

James Browns Musik übte bedeutenden Einfluss auf Popmusiker wie Booker T. & the M.G.'s, The Meters, Sly Stone, George Clinton, Prince und viele andere aus. Auch viele Jazzmusiker, wie Grant Green und Idris Muhammad nahmen Instrumentalversionen seiner Stücke auf. Miles Davis bekannte, dass während seiner "elektrischen Phase", Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre, James Brown ein prägender Einfluss für ihn gewesen sei. James Browns Bedeutung für die Entwicklung der afro-amerikanischen Musik im allgemeinen und insbesondere des Hip-Hop ist kaum zu überschätzen.

Neben seiner Karriere im Musikbetrieb wirkte Brown auch in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit, sei es als Beiträger zur Filmmusik, sei es als Interpret seiner eigenen Stücke. Der wahrscheinlich bekannteste Beitrag dieser Art war sein Auftritt als Showband in Rocky IV mit dem Stück "Living in America".

James Brown wurde 1986 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 2006 ehrte die Stadt Augusta, in der er aufgewachsen ist, James Brown indem sie das "Augusta Civic Center" in "James Brown Arena" umbenannte. Der Musiker verstarb in der Nacht auf den 25. Dezember an den Folgen einer Lungenentzündung.



[Quelle: red/wikipedia ]
Kommentare:
Kommentar von DJ ACE vom 28.12.2006:
Ich habe kurzerhand entschlossen, James Brown meine Ehre zu erweisen und habe daraufhin einen "Tribute Track" produziert, den man gratis downloaden kann: www.djace.com
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