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Business News

Ivo M. Sacchi
Bild: Universal
23.01.2007
Universal prüft Streichung des CH-Repertoires

Der Schweizer Tonträgermarkt brach 2006 um satte 15 Prozent ein. Dies erklärte Ivo Sacchi, Chef von Universal Music Switzerland und dem Verlegerverband IFPI gegenüber der "Mittelland Zeitung". Offenbar mit Folgen für die hiesige Niederlassung des Multis.

Der Marktanteil von Univeral selbst habe um 2 Prozentpunkte zugenommen, sagte Sacchi im Interview. Dennoch mache ihm diese Entwicklung Sorgen: "Wir bewegen uns auf einem sehr schmalen Pfad. Die internationalen Musikkonzerne gehen sogar so weit, dass sie sich fragen, ob es sich noch lohnt, die nationalen Märkte zu bearbeiten."

Ein globales Unternehmen könne die Vertreiber in der Schweiz auch direkt aus dem Ausland beliefern, gibt Sacchi zu bedenken. Das nationale Repertoire müsste aber aufgegeben werden. Das sei auch für Universal - den grössten Musikkonzern der Welt - nicht auszuschliessen. Den gleichen Schritt hat bereits vor einigen Jahren Warner Music in der Schweiz vorgespurt.

Damals wurden auf einen Schlag Bands wie etwa die Lovebugs oder Dada ante portas heimatlos.


Kommentare:
Kommentar von Virus_player vom 24.01.2007:
ich frag mich ob der verlust von majorlabels in der schweiz wirklich ein problem ist... wenn ich bedenke, dass diese nur so komische sachen wie musicstar und ähnliches aufgleisen.
Kommentar von Mihaly vom 24.01.2007:
... so öffnen sich vielleicht wieder Türen für innovativere! komisch nur: zwei Zeilen unterhalb lese ich: Universal im Gold- und Platinrausch ??? ... und dann wieder das Gejammer wegen Raubkopierer. Ich kenne echt keine andere Industrie die wegen Misswirtschaft ( No-Risiko und nur nach Eintagesfliegen lechtzend ) die Sündenböcke bei den Konsumenten sucht !
Kommentar von jazzenen vom 25.01.2007:
Die wenigsten Musiker und Bands werden Universal eine Träne nachweinen. Das gibt Platz für innovative labels, die sich tatsächlich auch um Künstler kümmern und vielleicht eine wahre Chance geben. Soweit kommt es halt, wenn man jahrzehnte lang nur auf kurzfristigen Erfolg aus ist, keine Risiken eingeht und nicht nachhaltig plant und arbeitet. Für mich ist es immer noch ein Rätsel wie es mit uns Musikern soweit kam, dass wir von solchen Firmen völlig abhängig wurden.
Kommentar von Virus_player vom 25.01.2007:
genau so ist es.
Kommentar von igby76 vom 29.01.2007:
Hm, der Schweizer Tonträgermarkt bricht ein? Also ich kaufe fast keine CDs mehr, richtig. Darauf sind ja oft auch nur zwei, drei gute Songs und ein lustloses Booklet. Deshalb erwerbe ich meine Songs lieber online. Nur die guten und wann ich grad Lust dazu habe. Wäre interressant zu erfahren, wie denn die Onlineumsätze so sind... Die Musicstars finde ich auch was ganz dämliches, aber da sich der Durchschnittskonsument wohl kaum Gedanken dazu macht, sehe ich hier keinen Zusammenhang.
Kommentar von jog vom 04.02.2007:
Das grosse Problem der Musikindustrie ist, dass keine Musikfans mehr bei den Labels arbeiten, sondern auf kurzfristige finanzielle Gewinne getrimmte und auch dementsprechend angestellte Manager. Grosse Namen, die über Jahrzehnte viel Gewinn bringen, damit den Aufbau neuer Talente ermöglichen und die vielen damit zwangsläufig verbundenen Verlustgeschäfte abfedern, können so halt nicht aufgebaut werden. Kurz: wenn nicht langfristig investiert wird, gibts auch keine langfristigen Gewinne - das hat mit den bösen Downloadern rein gar nichts zu tun. Raubkopien gab es schon immer; ein klar überlegenes Produkt zu einem anständigen Preis wird auch gekauft. Das gilt natürlich auch und besonders in der Schweiz... Just my 2¢.
Kommentar von Robin Stern vom 14.02.2007:
Jazzenen - 25.01.07 sieht das ganz richtig und um seine Frage zu beantworten: Musiker stecken ihre Energie und Aufmerksamkeit in ihre Musik/Performance etc. Sie wollen Künstler sein und sich nicht um's Business kümmern müssen. Von Abhängikeit kann hier eigentlich nicht die Rede sein. Wenn ein Künstler etwas Geschäftssinn mitbringt, dann kann er/sie durchaus auch unabhängig sein. Da aber viele Künstler gerade aus dem "alternative Bereich" (bewusst oder unbewusst) Erfolg und Geld eher als etwas negatives werten, fliesst all das auch zäh in ihre Richtung. Mit dieser Meinung befürworte ich allerdings den dürtigen Geschmack von Medien und A&R's in der Schweiz nicht. Was jetzt mit der Musikindustrie geschieht ist gesund und schliesst nicht nur Türen sondern öffnet auch viele neue (Chancen). So etwas wie Globalisierungsverlierer gibt es nicht! Was Ivo Sacchi betrifft, so könnte er in der Schweiz das tun, was z.B. Tim Renner mit www.motor.de in Deutschland macht. Tim Renner's Buch "Kinder, der Tod ist nicht so schlimm!" ist sehr aufschlussreich und beantwortet viele Fragen zum Untergang und Zukunft der Musikindustrie!
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