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| Bild: roz |
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03.06.2007
Gute Miene zum bösen Ton
Am Samstag ging das zweitägige Indoor-Festival "Spirits Of Rock" mit einem britischen Abend zu Ende. Nachdem schon früh am Nachmittag China und die deutschen U.D.O. gespielt hatten, traten später die Veteranen der britischen Formationen Saxon, Motörhead und Black Sabbath auf. So waren im Publikum auch überdurchschnittlich viele 70er, 60er und noch frühere Jahrgänge anzutreffen.
(roz) Schon weit vor dem offiziell angekündigten Showbeginn mussten China gespielt haben, denn als die meisten Konzertbesucher eintrafen, stand bereits U.D.O. auf der Bühne, und es wurde schnell klar: Die alten Accept-Songs kamen bei den Besuchern weit besser an als die neuen Nummern der Truppe rund um Udo Dirkschneider. Das gleiche Bild auch bei den später auftretenden Motörhead. Bei den Klassikern flippten die Headbanger aus, die neuen Songs wurden einfach geduldet.
Immerhin liess Sänger Biff von Saxon das Publikum zwischen den Songs abstimmen "New song, or old song? Fast song or slow song?". Das Resultat war stets dasselbe: Alte und schnelle Songs wollte die Masse hören, was der Brite mit "You crazy bastards" quittierte und später die Abstimmung aufgab, damit auch die Songs vom neuen Album noch an den Mann gebracht werden konnten. Aber im Grunde will niemand die neuen Songs hören. Eigentlich könnten die Veteranen-Bands darauf verzichten, neue Alben aufzunehmen und stattdessen einfach einmal pro Jahr auf Tour gehen und die alten Songs spielen. Ein Prinzip, das Black Sabbath offensichtlich begriffen haben. Ihr letztes Album mit neuem Material erschien 1995. Gitarrist Tony Iommi versöhnte sich für die aktuelle Tour wieder mit Sänger Ronnie James Dio (seinerzeit Nachfolger von Ozzy Osbourne) und liess die Black-Sabbath-Formation von 1980 auferstehen. Die spielte dann Titel aus den beiden Alben "Heaven & Hell" und "Mob Rules", die sie damals aufgenommen hatten. Das Problem hierbei war aber, dass nicht alle Songs aus diesen zwei Veröffentlichungen gleicht gut sind und es deshalb auch im Programm dieser Band an Songs mangelte, die das Publikum hören wollte.
Zudem litt die Darbietung der Veteranen-Band - wie schon die sämtlicher Formationen den ganzen Tag über - unter einem enorm schlechten Sound. Der Mann am Mischpult war wohl offensichtlich zu lange mit Motörhead unterwegs (galt lange Zeit als die lauteste Band der Welt), sodass er Bass und Schlagzeug viel zu laut mischte, denn das konnte er wohl spüren, hören konnte er offensichtlich nichts mehr. Sonst wäre ihm aufgefallen, dass die Gitarren den ganzen Tag lang im Verhältnis viel zu leise waren. Die Gitarristen aller Formationen hätten getrost ihren freien Tag einziehen können. Da fragt man sich schon, wie es einer fertig bringt, die Gitarren zu leise zu mischen, wenn pro Gitarrist ein halbes Dutzend Lautsprechertürme auf der Bühne stehen, die bestimmt alle voll aufgedreht sind...
Man fragt sich allerdings auch, wie es einer wie Phil Campbell von Motörhead fertigbringt, sämtliche Soli mit derart viel Wah-Wah-Effekt zu verwischen, dass nur noch ein kreischender Soundschwall durch die Halle pfeift. Motörhead überzeugten nur dank ihrem Drummer Mikkey Dee, der wie das Animal aus der Muppet Show auf sein Kit eindrosch. Black Sabbath, die unter dem Namen Heaven & Hell auftraten, hatten dank visueller Opulenz und würdigem Auftreten zwar den Headliner-Status verdient. Aber es waren am Ende doch die Profi-Rocker von Saxon, die am meisten überzeugten.
Das Festival war gut besucht und verlief - abgesehen von ein paar Alkoholleichen -ohne nennenswerte Zwischenfälle. Das Angebot der vor der Halle aufgebauten Verpflegungsstände war zwar mit Bratwurst und Pizza so einfallslos wie sonst noch was. Dennoch zogen es unzählige Heavy-Fans vor, im Freien einen Schwatz mit Gleichgesinnten abzuhalten, als sich in der Halle den unerträglich schlecht abgemischten Sound reinzuziehen. Schade um die Darbietungen der alternden Profis.
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Kommentare:
Kommentar von deeptone_bass vom 04.06.2007:
Das Festival war super. Aergerlich, wie bereits oben erwähnt, China mussten 1 Stunde früher anfangen und die meisten Besucher haben diese Band verpasst. Ich finde es vom Veranstalter eine Sauerei. So etwas darf nicht geschehen.
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Kommentar von tobyspirig vom 04.06.2007:
Hallo Roz, ich bin Deiner Meinung, dass Saxon am meisten überzeugten. Aber auch Motorhead waren geil, doch natürlich hätte es sich nur schon wegen Mikkey Dee gelohnt zu kommen. Allerdings merkt man, dass Du selber Gitarrist bist, denn ich als Schlagzeuger fand den Sound bei allen Bands überraschenderweise gut. Bei so einem Festival hab ich selten einen so guten Sound gehört, was wahrscheinlich damit zusammen hängt, dass es nicht sehr laut war (sehr erfreulich).
Auch sehr erfreulich fand ich, dass es neben uns alten Säcken auch viele junge Besucher hatte, die wieder auf Rock stehen. Es gibt also eine Zukunft, und Lemmy, Biff und Dio müssen wohl mit 80 noch immer die alten Kracher aus unserer Jugend den Leuten um die Ohren schlagen.
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Kommentar von Tony.1 vom 04.06.2007:
Bin der Meinung wie Roz, der Sound war grottenschlecht, am Freitag noch viel schlimmer als am Samstag. Es stimmt, ausschliesslich die Drums waren gut gemischt, der Rest war nur Brei. Am Freitag war der Brumm des PA so laut wie die Musik am Samstag - katastrophal, da wurde den Grenzwerten absolut keine Beachtung geschenkt. Sehr an das unprofessionelle Umfeld adaptiert haben sich Mötley Crew, mit ihrer total misslungen Hauptprobe und dem Versuch die Defizite mit viel Feuerwerk zu kaschieren. Der unmotivierte Auftritt gipfelte mit der einer unterlassenen Zugabe. Gehe mal davon aus, dass die rauchgeschwängerte Luft den Oldies noch mehr zusetzte als dem Publikum.
Hässlich waren die WC Anlagen. Was Freitags schon überstrapaziert war, endete am Samstag nachdem die Aussenanlagen "geflutet" waren und selbst die Büsche überliefen, als Riesenschweinerei. Fazit: Wer Fr. 160.- einstreicht, muss mehr bieten als Lärm, Rauch und ...
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Kommentar von Vincentfreeze vom 08.06.2007:
Also die Sound Probleme hab ich ehrlich gesagt nicht gross wargenommen, ga hab ich schon massenhaft schlechtere Konzerte besucht. Vor allem musste man für einmal auch keine Ohrenstöpsel tragen. Auch Saxon hat mich nichts sonderlich überzeugt. Immer die gleich laschen Ansagen. Spätestens nach dem dritten mal New or Old song hätte er damit aufhören können. Bei Mötley Crüe gebe ich euch teilweise recht, dass war wirklich unverschämt, ohne Zugabe zu gehen. Die Show andererseits fand ich nicht soo schlecht.
Über die Organisation dieses Festivals muss man gar nicht erst sprechen. Die War einfach grottenschlecht. Angefangen bei der Homepage bis zu den Übernachtungsmöglichkeiten.
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Kommentar von Utopia vom 10.06.2007:
Haha Gitarrentürme alle voll aufgedreht... war wohl ironisch gemeint oder? Bei den meisten Boxen hadelt es sich entweder um ersatz oder leerboxen, die nur aufgrund von bühen deco da stehen. Und in Zeiten wo alles über die PA geht, reicht schon ein aufgedröselter fullstack um jeden soundtechniker in angst um siene teuren mikros versetzt ;) Also meistens ist bis auf ein zwei fullstacks alles deco (oh sieht man auch an den boxen - wenn man genau hinsieht - dass sie leer sind) ..
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Kommentar von hitman vom 12.06.2007:
Nun, wenn der Sound doch so schlecht war, dann frage ich mich warum nicht einer der hundert anwesenden mal zum Mischer ging und es meldete ? Hier im nachhinein melden sich ja auch alle...
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Kommentar von rocky vom 14.06.2007:
Die Eulachhalle ist nun mal bekannt für eine miserable Akkustik,da kann man den Sound-Engineers nicht mal grosse Vorwürfe machen......
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Kommentar von R+R SonicDesign vom 06.07.2007:
:-) leute gute sound ist immer möglich, es ist aber auch eine budget frage! vorallem in schwierigen hallen. und budget ist sache vom veranstalter! welche im normalfall einfach geld verdienen möchte. :-)
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