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| Bild: Christoph Stucky |
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20.06.2011
Spirit Of Rock hielt Versprechen
Am Sonntag, 19. Juni spielten in der Eishalle Deutweg fünf Bands aus den 70ern und 80ern. Die Darbietungen waren eigentlich alle auf hohem Niveau.
(roz) Eröffnet wurde das Festival von Night Ranger, die drei Gründungsmitglieder aufstellten. Tatsächlich war dies erst das zweite Mal überhaupt, dass die Kalifornier in der Schweiz auftraten (1985, Pfingstmontag, St. Gallen, wer war auch da?). Nach einem guten Start verzettelte sich die Band aber im Mittelteil. Da wurde z.B. eine verkürzte Version von Ozzy Osbournes "Crazy Train" gespielt, aufgrund der Tatsache, dass Gitarrist Brad Gillis damals bei Ozzy für Randy Rhoads einsprang. Nicht nur für Rocknostalgiker war der Auftritt aber insgesamt sehr gelungen.
Als vor dem Konzert von Saga nicht weniger als acht Synthesizer auf die Bühne gerollt wurden, war das Schlamassel eigentlich schon vorprogrammiert. Der Sound war völlig überladen. Und auch die Songauswahl überzeugte nicht. Der Glatzkopf am Mikro war übrigens Originalsänger Michael Sadler, der im Januar 2011 überraschend zur Band zurück gekehrt ist.
Pünktlich um 19h30 standen Foreigner auf der Bühne. Mit der dicken Brille, der Stirnglatze, den grauen Haaren, dem weissen Hemd und dem Gilet sah Mick Jones eigentlich eher aus wie der Tourmanager oder Buchhalter der Band. Tatsächlich aber ist der Gitarrist das einzige verbleibende Gründungsmitglied der Gruppe. Die neuen Foreigner lieferten eine tadellose Rockshow ab. Dabei überzeugte vor allem der ehemalige Hurricane-Sänger Kelly Hansen mit einer unwerfenden Performance. Einzig die Bassdrum war viel zu laut im Mix. Mit 70 Minuten war der Auftritt etwas kurz bemessen und endete mit einer rund 10-minütigen Version von "Juke Box Hero". Foreigner waren aber dennoch das Highlight des Abends. Denn im Gegensatz zu Journey können sie auf einen schier unerschöpflichen Fundus an wirklich grossen Hits zurückgreifen.
In nur 30 Minuten Pause wurde dann das komplette Bühnenbild inklusive Videowand umgebaut (Respekt an die Crew!). So starteten Journey bereits kurz nach 21h00 mit "Seperate Ways". Der schmächtige Arnel Pineda wirkte neben den gealterten Rock-Helden wie ein Adoptivkind, das mit seinen Vätern Musik macht. Aber man muss dem kleinen Mann wirklich zu gute halten, dass er in der Tat eine sehr grosse Stimme hat. Viele verliessen die Halle aber schon vorzeitig.
Den Auftritt von Kansas habe ich verpasst (die sollen aber gut gewesen sein). Der Hunger war einfach grösser. Und weil es vor der Halle nur einen einzelnen Bratwurststand gab, habe ich mir ein Abendessen in einer Quartierbeiz genehmigt (andere haben sich kurzerhand einen Pizzakurier vor die Halle bestellt). Denn wer etwas zu essen wollte musste nicht nur viel Geduld beim Anstehen, sondern auch einen kleinen Anspruch haben. Denn ausser Würste gab es nichts (Sandwiches waren schon nach kurzer Zeit alle). Der Foodstand wurde übrigens kurz nach dem Auftritt von Foreigner bereits wieder abgebrochen. Wer vielleicht noch eine Wurst auf den Heimweg hätte haben wollen, ging leer aus. Da hatte also jemand definitiv nicht das geringste Interesse daran, Geld zu verdienen. Sonst hätte es nämlich mehrere Stände, mehrere verschiedene Angebote und dadurch mehr Umsatz gehabt.
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