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27.06.2011
Sonisphere Festival blieb trocken

Da war aber einiges los letztes Wochenende. Etwa Bob Dylan in Sursee, Roger Waters im Hallenstadion, das Albani-Fest in Winterthur, das Touch The Air Festival in Wohlen, das Blue Balls Festival in Luzern, das Blues & Jazz Festival in Rapperswil. Und in Basel gaben Iron Maiden bei Sonisphere ihr bisher grösstes Schweizer Konzert.

(roz) Die Wege zwischen den Bühnen waren sehr lang. Und das Angebot riesig. Da musste man sich für ein paar wenige Konzerte entscheiden. Z.B. für die Saitenakrobaten von Mr. Big, die um 15 Uhr auf der Apollo-Stage standen. Paul Gilbert mit riesigem Pamir-artigen Kopfhörer sah etwas merkwürdig aus. Die Unisono-Läufe, die er zusammen mit dem Bassisten Billy Sheehan aufführte, waren aber bestaunenswert. Auch Sänger Eric Martin wusste zu gefallen und die Chöre waren beifallswürdig. Echt gute Band.

In der Halle hing kurz später eine Tausendschaft dem Sänger Dave Wyndorf von Monster Magnet an den Lippen. Der grollende Sound passte wunderbar in düstere Halle (derweil draussen die Sonne schien). Mitten in der Darbietung fielen die Frontlautsprecher aus und das Publikum hörte nur noch den Sound, den die Bühnenmonitore produzierten. Es war erstaunlicherweise nicht merklich leiser. "Spacelord, Motherf***er!"

Wes Borland, der Gitarrist von Limp Bizkit, trat in einer Art weissem Ganz-Körper-Spandex-Anzug auf die Bühne. Haare und Gesicht ebenfalls weiss, die Lippen gross und rot wie ein Clown, die Augen mit einem breiten schwarzen Band geschminkt. Abgefahren auch der Sound, den die Amis produzierten. Sehr basslastig mit vielen Loops, Spielereien und DJing. Am Ende des Sets stellte die Band dem Publikum drei Songs zur Auswahl. Man entschied sich für "Rollin'". Demokratie mal anders.

Limp Bizkit waren auf jeden Fall das ideale Vorprogramm für Slipknot, die um 19 Uhr auf dem Programm standen. Wie wilde Tiere in Lauerstellung warteten die maskierten Männer das Ende des Intros ab. Dann wurden riesige Feuerfontänen gezündet, es folgte ein lauter Knall und dann legte der Schlagzeuger los, als würde er den Abzug eines Maschinengewehrs betätigen. Faszinierend.

Währenddessen spielte in der Halle Alice Cooper, ebenfalls ein Meister des Horrors. Für den Eröffnungssong "Black Widow" hatte er eine Jacke mit Spinnenarmen an. Das Problem bei Cooper ist einfach, dass die neuen modernen Songs nicht recht mit den altmodischen Gassenhauern aus den 70ern, wie "Eighteen" oder "Billion Dollar Babies", zusammen passen. Auch der Sound war miserabel. Geschickt war allerdings die Taktik, die Refrains jeweils von den jungen Gitarristen (drei an der Zahl!) singen zu lassen, da musste der Mitsechziger nur die Strophen krächzen (auch Whitesnake am Vortag haben das scheints so gemacht).

Ungeduldig wartete die Menge draussen vor der Apollo-Stage auf den Auftritt von Iron Maiden. Die Bühne ganz in weissem Dekor. Ebenfalls im Stil der Achtziger die riesigen Hintergrundbilder auf Leinwänden, die jeweils bei jedem Song gewechselt wurden. Nach endlosem Intro begann das Konzert dann endlich um viertel vor zehn. Der Sound war sehr gut abgemischt, die Band in Hochform. Die Setlist beinhaltete überraschend viele neuere und epische Songs von "Brave New World", "Dance Of The Death" und "The Final Frontier" (Goldstatus in der Schweiz). Bei "Iron Maiden" dann wie üblich die riesige Eddie-Monster-Figur, die hinter dem Schlagzeug empor kam. "Number Of The Beast", "Hallowed Be Thy Name" und "Running Free" beschlossen eine 2-stündige Monster-Show, die den Headliner-Status von Iron Maiden mehr als rechtfertigte. Die komplette Setliste gibt es hier

Ärgerlich war, dass die Hauptbühne so platziert war, dass den Zuschauer die Sonne genau ins Gesicht schien. Und auch der Umstand, dass man jeweils vor dem Eingang zum Leichtathletik-Station sowie beim Zutritt zur Halle jedes Mal den Eintrittsbändel präsentieren musste. Vor allem vor dem Auftritt von Iron Maiden kam es dadurch beim Eingang zu einem grossen Stau. Das Konzept von den beiden Bühnen direkt nebeneinander letztes Jahr in Jonschwil war da schon viel angenehmer. Dafür hatte man heuer in Basel trockene Füsse ...


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