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Info
Genre: Rock

Trackliste
1. Vicarious Atonement
2. Tetragrammaton
3. Vermicide
4. Meccamputechture
5. Asilos Magdalena
6. Viscera Eyes
7. Day Of The Baphomets
8. El Ciervo Vulnerado

Diskografie
Amputechture
(2006)

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Scabdates (Live)
(2005)
Frances The Mute
(2005)

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De-Loused In The Comatorium
(2003)

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The Mars Volta
Amputechture

Auf die Spitze getrieben

roz. Auf ihrem dritten Studioalbum "Amputechture" werden Omar Rodriguez-Lopez und Cedrik Bixler-Zavala von Red-Hot-Chili-Peppers-Gitarrist John Frusciante unterstützt. Es ist das am schwierigsten zugängliche Album von The Mars Volta. Die Texaner treiben ihre Mischung aus Prog-Psych-Rock, Blues, Free-Jazz und 70ies-Stampf-Retro hier auf die Spitze - und noch ein bisschen weiter.

Eröffnet wird die Platte von sphärischen Klängen, die dann in das 16-minütige "Tetragrammation" münden. Die Nummer ist stark geprägt von dissonanten Gitarrenläufen, die bis an die Schmerzgrenze getrieben werden. Eine Struktur ist kaum zu erkennen, Gesangs-Stimmen und Gitarren werden mittels Tonverschiebungs-Effekten entfremdet und lassen noch schwerer erkennen, wo eigentlich das harmonische Fundament liege. Beim dritten Song "Vermicide" kann der Hörer kurz aufatmen. Der Vierminüter bietet die erste greifbare Struktur. Beim vierten Song wird aber wieder alles demontiert. Die wirren Sax-Soli und der flirrende Bass verleihen "Meccamputechture" einen deutlichen Free-Jazz-Anstrich. Dann kommt eine spanische Ballade mit nylonbesaiteten Gitarren. Die darauf folgenden zwei Songs sind dann am ehesten das, was man bisher von The Mars Volta kennt. Gute Prog-Rock-Songs mit ausufernden, aber nicht überbordenden Arrangements. Besonders "Viscera Eyes" macht deutliche Anleihen bei Frank Zappa. Mit seinen verschachtelten Rhythmen klar der beste Song des Albums. "Amputechture" klingt aus mit einer 9-minütigen Geräuschkulisse wie von einem bisigen Wind, der durch einen Kamin pfeift.

"Amputechture" ist eine sehr merkwürdige Platte. Es gibt zahlreiche neue Stilelemente und viel mehr Sax als früher. Das Album ist masslos vollgestopft mit lauter kleinen und grossen Ideen. Erst nach mehrmaligem Hören lassen sich im Chaos Grundformen erkennen. Vom technischen Standpunkt her ist "Amputechture" bestimmt bemerkenswert. Der Zwitter aus dem Song-orientierten Debüt und dem experimentellen "Frances The Mute" dürfte aber doch mehrheitlich ratlose Gesichter zurücklassen. The Mars Volta schaffen ein bizarres Klanguniversum und sind dabei sozusagen die schwarzen Löcher für den Mainstream. Keine leichte Kost.


Kommentare:
Kommentar von bezjak vom 26.09.2006:
Wo De-Loused in the Comatorium beim Hören nach wie vor die schiere Freude förmlich provoziert, hinterlässt das Experiment Frances the Mute mich bisher regungslos. Amputechture verschmelzt in meinen Ohren Elemente beider Alben, stellt insofern vielleicht einen Rück- oder den fehlenden Zwischenschritt zwischen den beiden Alben dar. Jetzt stehen sie wieder in meiner Gegend :) Hehe, Sachen wie Day of the Baphomets machen einfach uhuere Laune. Was mich Wunder nimmt, ist, ob ich die Texte auf Deutsch verstünde ...
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