 |
| Wertung
|
R=Redaktion
L=LeserInnen
Geben Sie Ihre Wertung ab!
|
|
|
|
Mos Def True Magic
|

|
Keine Zauberei |
mws. Mos Defs heiss erwartetes drittes Solo-Album hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Es wird in einer dünnen Plastikhülle verkauft, ohne Cover oder Artwork. Reduktion auf das Wesentliche, jubilieren die einen. Hinterhältige Kostensenkungsmassnahme der Plattenfirma, fluchen die anderen. Gegen die Pessimisten spricht, dass auf Mos' offizieller Homepage alle Tracks von "True Magic" in voller Länge verfügbar sind (obwohl die Scheibe in den USA erst im Januar veröffentlicht wird!), was dem Cash Flow der Plattenfirma alles andere als gut tun dürfte.
"True Magic" beginnt vielversprechend mit dem Titeltrack. Ein fetter Beat bringt den Schub, den Mighty Mos für die Ankündigung seiner Rückkehr braucht. In den folgenden Tracks flacht die Spannung rasch ab. Mos' Talent blitzt zwar immer wieder auf; seine klagende Stimme und sein Sing-Jay-Style sind und bleiben unverkennbar. Insgesamt wirkt das Album jedoch lieblos produziert. Beispielsweise wird "Napoleon Dynamite", ein Track mit grossem Potential, nach zwei Minuten kurzerhand abgewürgt. Ist Mos etwa der Text ausgegangen? Oder hat er einfach die Lust verloren?
Eine plausible Antwort auf diese Frage findet man an der US-Westküste: In Hollywood hat Mos eine Karriere als Schauspieler gestartet (er spielte zum Beispiel in "The Hitchhiker's Guide To The Galaxy" und "The Italian Job" mit). Offenbar betrachtet er das Filmen gegenwärtig als seinen Hauptjob. Der Musik bleibt da nur eine Nebenrolle, was "True Magic" leider anzuhören ist.
|