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Stress Renaissance
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Die Sprache der Strasse |
mws. "Je parle le langage de la street", er spreche die Sprache der Strasse, stellt Stress gleich zu Beginn seines neuen Albums klar. Das tönt dann etwa so (aus dem Song "mais où"): "30'000 majeurs en l'air, une horde criant "fuck Blocher!" La droite peut plus nous ignorer, j'crois que c'est clair. Puis l'UDC me demande des excuses publiques. Messieurs les voilà: bande de fachos sucez ma bite!" Die Übersetzung: "30'000 Mittelfinger in der Luft, eine Horde schreit "Fuck Blocher!" Die Rechte kann uns nicht mehr ignorieren, soviel ist klar. Die SVP will eine öffentliche Entschuldigung von mir. Hier habt ihr sie, meine Herren: Bande von Faschos, lutscht meinen Schwanz!"
Mit solchen Songtexten, mit dem provozierenden Video zu "mais où" und mit dem CD-Cover, auf welchem er am Grab von "la Suisse" steht, hat Stress im Vorfeld des Releasetermines für ordentlich Medienwirbel gesorgt. Ist das Album diese ganze Aufregung überhaupt wert?
Vom musikalischen Standpunkt aus gesehen durchaus. "Mais où" ist ein grandioser Auftakt. Kern des Beats ist eine dramatische Synthielinie, dazu kommt ein nervöses Hihat, viel Bass und Stress' bellender Sprechgesang. Ein Track wie eine Dampfwalze. Das zweite Stück, "Avenues" betitelt, markiert den Gegenpol an Stress' musikalischem Horizont. Die Rezeptur ist bewährt: Eine eingängige Gesangsmelodie im Refrain, nachdenklicher Sprechgesang in den Strophen.
Zwischen den beiden Marksteinen "mais où" und "Avenues" sind die weiteren Songs angesiedelt, wobei sich Club-Bomben und schöne Hymnen in etwa die Waage halten. Aus der Vielzahl von guten Tracks sticht besonders "elle & moi" hervor, ein wunderbares Liebeslied, sowie "ma Suisse", eine bitterböse Farce über Politik, in welcher Gastrapper Gimma seine persönliche Wunschregierung zusammenstellen darf…
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