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Gimma Panzer
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Live Fast, Die Young? |
mws. Das Schweizer Pendant zu Pete Doherty ist zurück und liefert mit "Panzer" seine zweite reguläre Platte ab – sofern man bei Gimma überhaupt von einer regulären Platte sprechen kann. Der Albumtitel mitsamt Stinkefinger-Cover führt zunächst in die Irre. Gimma ist weit weniger aggressiv, als man ihn erwarten würde. Er schiesst nicht auf alles, was sich bewegt; er betreibt vielmehr Selbstzerfleischung. Rasierklingen, Ängste, Chaos und vor allem Drogen, Drogen, Drogen ziehen eine blutige und benebelte Spur durchs ganze Album.
Musikalisch ist der "Panzer" gut gerüstet: Elf Produzenten (u.a. Shuko aus Deutschland) lieferten Beats, und über ein Dutzend andere Rapper (u.a. Greis und Stress) steuerten eigene Texte bei. Neben den vielen düsteren Songs bietet das Album einige fette Partytracks und natürlich eine Anzahl klassischer Gimma-Momente – im Stile von "I han meh Velos gchlaut als de Alex Zülle jemals gfahra isch" oder "Bin mit Tatana go rave, etz ligi im Notfall, Pupilla wienän Satellit, reda nur Brai, han am Sunntig wela hai, etz isch Ziischtig am zwai!"
Das Spezielle an den teilweise haarsträubenden Geschichten ist, dass man als Zuhörer nie so recht weiss, ob sie Gimmas Fantasie entspringen oder sich doch an der Realität orientieren. Klar ist zumindest, das Gimma mit seiner Musik und seinem Lebensstil ziemlich aus der Reihe tanzt. Oder gibt es einen anderen Artist, der sich in den Album-Credits bei seinen Psychiatern bedankt? Der den Gemeinden Rhäzüns, Domat/Ems und Chur Respekt zollt, weil sie in der Vergangenheit seine "Hirnscheisse geduldet haben"? Der es wagt, einen Track zu releasen, der "Aleitig zum Suizid" heisst? Wohl kaum.
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