 |
| Wertung
|
R=Redaktion
L=LeserInnen
Sie haben schon abgestimmt, Sie können keine Bewertung abgeben.
|
|
|
|
Korn Untitled
|

|
Weg blockiert |
roz. Nachdem Gitarrist und Gründungsmitglied Brian Welch die Band verlassen und sich nun auch Schlagzeuger David Silveria (nur vorübergehend, heisst es) zurückgezogen hat, liegt die kreative Verantwortung alleine bei Sänger Jonathan Davis. Eine Bürde, unter der er zusammenzubrechen droht. Eines muss man Korn aber lassen: Stillstand kann man der Band nicht vorwerfen. Stetig entwickelt Davis den Stil weiter, lässt neue Einflüsse wie etwa Elektronik-Elemente zu. Das neue Album markiert eine Art Zwischenstation. Es wirkt sehr unentschlossen, steht irgendwo zwischen gestern und morgen. Dass das Album "Untitled" heisst, unterstreicht diese Tatsache.
"Untitled" setzt mehr denn je auf Elektronik- und Industrial-Elemente. Das grösste Problem der Platte ist aber, dass die meisten Songs nicht grooven. Da konnte selbst ein Profischlagwerker wie Terry Bozzio (Frank Zappa, Fantomas) nichts mehr ausrichten. Er trommelte die Hälfte der Songs ein, den Rest übernahmen ein gewisser Brooky Wackerman und Jonathan Davis selber. Die guten Songs befinden sich alle am Anfang des Albums: "Starting Over", "Evolution" und "Hold On" sind gelungene, melodiöse Industrial-Songs mit deutlicher Korn-Handschrift. Vor allem im Mittelteil der CD wird es zunehmend sperrig, und schnell wird klar, dass der Substanzverlust in der Band doch grösser ist, als Davis gerne wahrhaben möchte. Den Songs fehlt ganz allgemein der Biss und die Aggressivität der frühen Tage. Die Frage nach dem "Warum?" scheint auch Davis sehr zu beschäftigen, in fast jedem Text taucht ein "Why?" auf. Es scheint fast, als würde ihn die Suche nach Antworten so sehr blockieren, dass er sich selber im Wege steht.
|