 |
| Wertung
|
R=Redaktion
L=LeserInnen
Sie haben schon abgestimmt, Sie können keine Bewertung abgeben.
|
|
| Info
|
Genre: Theater / Comedy / Kabarett / Lesungen
|
|
| Diskografie
|
|
Wedeschegg
(2007)
Review lesen |
|
|
|
Liberament
(2006)
|
|
|
|
Retter des Enzians
(2004)
|
|
|
|
Welt aus der Sicht
(2002)
|
|
|
|
|
|
|
Simon Enzler Wedeschegg
|

|
Witzig und intelligent |
roz. Heimtückischer Humor, spitzbübischer Charme, archaische Sprache. Mit diesen Schlagworten wird Simon Enzler auf dem Cover der neuen DVD "Wegeschegg" beschrieben. Und treffender kann man den Appenzeller kaum beschreiben. Der Preisträger des Salzburger Stiers schaut gekonnt ins Bier des Stammtischnachbarn und dem Bauer in den subventionierten Stall. In seinem neuen Programm hat er das Spektrum erweitert und kommentiert mit spitzer Zunge, was er bei manchen Zeitgenossen beobachtet.
Das ist bestimmt nicht jedermanns Sache, wenn dieser Enzler anfängt zu sirachen. Seine Figuren sind Rüpel. Seine Geschichten ziehen bizarre Kreise, bevor sie punktgenau dort landen, wo der Schmerz sitzt. In der Nummer "Zorn" beschreibt er gleich selber, wo der Kern der Sache liegt: "Wer seinen Zorn nicht herauslässt, bekommt über kurz oder lang einen Kropf - und irgendwann platzt der". Dass sein Kropf platzt, weiss Enzler zu vermeiden und lässt sich ausgiebig aus über Religion, Politik, den Staat und manch unerwünschten Mitmenschen. Der Dialekt trägt Einiges zum Gelingen dieser Form des Kabaretts bei. Und trotz - oder gerade wegen - der ungeschminkten Sprache sind Enzlers Nummern nicht nur witzig, sondern auch intelligent und vor allem sehr unterhaltsam.
Der Part seines Bühnenpartners Daniel Ziegler wurde ausgebaut. War der früher nur für ein musikalisches Intermezzo zwischen zwei Nummern zuständig, so ist er heute fester Bestandteil des Programms. Er liefert Pointen und mimt den beleidigten Musiker, der unter dem Joch des Stars Enzler machen muss, was der befielt. Sackstark sind nach wie vor die Darbietungen auf dem Bass. Ziegler baut mittels eines Loop-Rekorders Melodienbögen auf, irgendwo zwischen Appenzeller Volksmusik und funkigem Jazz. Das ist schlicht grandios.
|