 |
| Wertung
|
R=Redaktion
L=LeserInnen
Geben Sie Ihre Wertung ab!
|
|
|
|
Oliver Benz Curtain, The
|

|
Multiplexes Werk |
roz. Der Schaffhauser Oliver Benz will "normale" Erwartungen eines Radiopublikums nicht erfüllen. Seine Musik ist sperrig, melancholisch, aber sehr interessant. Die Idee zu seinem Debütalbum "The Curtain" reifte schon während seiner Zeit bei der Progressiv-Metal-Band Nevermore. Unter Mitwirkung des Produzenten Andreas Canzani (Bassist von Seven), Francesco Gasparinis (Redwood, Myron), der italienischen Musiker Giordano Macrì und Micky Guaglio sowie der Westschweizer Cellistin Nathalie Manser entstand ein üppiges Popalbum mit leicht pessimistischem Unterton.
"The Curtain" erinnert in seiner Tonalität und Form an Progressive-Rock-Bands wie die Flower Kings oder Spock's Beard. Der stellenweise verzerrte Gesang und die Melodienführung lassen auch Vergleiche mit Muse zu. Allerdings, und das ist der grosse Unterschied, kommen bei Oliver Benz keine Gitarren zum Einsatz. Die Musik basiert auf Piano-Klängen, die mit echten Streichern untermalt und von heftigem Schlagzeug und Bass begleitet werden. Besonders ist auch der Kinderchor, der dem Werk eine mystische Stimmung verleiht. Die Songs sind deutlich kürzer als bei den oben erwähnten Bands. Aber im Grunde klingt "The Curtain" wie ein einziger grosser, langer Song. Ein multiplexes Werk, das durch viel Liebe zum Detail und herausragendes Handwerk überzeugt. Ein schlankes Vertriebskonzept ermöglicht es übrigens, dass die CD im Internet für unter CHF 15.- erhältlich ist. Freunde anspruchsvoller Pop- und Rockmusik können da eigentlich nichts falsch machen.
|