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Patricia Kaas Kabaret
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Souveräne Vitalität |
roz. Patricia Kaas liefert mit "Kabaret" eines ihrer persönlichsten Werke ab. Es ist eine Hommage an die Chansons der 30er Jahre, in der deutschen Version auch mit zwei deutschsprachigen Songs. Akzentfrei. Trotz nostalgischem Hintergrund wirkt das Album sehr gegenwärtig. Bedingungslos gelingt es der Französin, dem Material blühendes Leben einzuhauchen. Auch die Art des Vertriebes ist ganz neuzeitlich. Seit Dezember 2008 ist das Album ausschliesslich als Download erhältlich, erst jetzt erscheint "Kabaret" auch als CD. Im Zentrum aber steht die Bühnenshow, mit der Kaas zur Zeit auf Tour ist.
Gekonnt wandelt Patricia Kaas auf Pfaden von grossen Frauen wie Greta Garbo, Marlene Dietrich und Hildegard Knef. Dabei gelingt es ihr, nicht nur Fans des französischen Chansons zu begeistern. "Kabaret" ist souverän und vital. Wie die Kaas das bringt, ist ganz einfach betörend. Da ist Buenos Aires und sein Tango, aktualisiert von Brifo (Gotan Project). Da ist Paris und sein heller Zigeuner-Swing. Da ist Michel Cusson, der geniale Jazzman von Uzeb, der durch Berlin und seine verrauchten Keller führt. Da sind Songs wie Marlene Dietrichs "Falling In Love Again" ("Ich bin von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt"), Katja Epsteins "Wo sind die Clowns" aber auch neue Nummern von Kaas, wie etwa der Tango "Une dernière fois". Das Verruchte von damals wird mit sanftem Elektro lounchtauglich. Mit ihrer rauchigen Stimme gibt Patricia Kaas allzu perfekt den lasziven aber auch verwundbaren Nachtclub-Vamp. Sie wirkt auf "Kabaret" teilweise etwas distanziert. Aber die Platte hat doch genug Grazie, um sich durchzusetzen.
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