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Lacrimosa Sehnsucht
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Wut und Melancholie |
roz. Laut einer Statistik des argentinischen Fanclubs ist "Sehsucht" das meistgebrauchte Wort in den Texten von Lacrimosa. Doch erst das jetzt erscheinende zehnte Album der Wahlschweizer trägt diesen Titel. In zehn Songs werden zehn verschiedene Facetten der Sehnsucht vertont und besungen. Das Wort selber kommt in den Texten diesmal aber gar nicht vor.
Lacrimosa vermischen Industrial-Metal mit Klassik und deutschen Texten. Das Duo musiziert in seinem ganz eigenen Soundkosmos. Während die Gitarren sägen, sorgen die orchestralen Abschnitte für den klassischen Anstrich. Und dies ist die Stärke von "Sehnsucht": Die durchdacht arrangierte Orchestrierung sucht Ihresgleichen. Opulent und doch nicht aufdringlich, klassisch, aber nicht kitschig. Denn die Kunst von Lacrimosa ist es, dass es ihnen gelingt, ihre Songs nicht zu überladen. Grösster Minuspunkt der Produktion ist das Schlagzeug. Es klingt zu pappig und auch zu statisch und nimmt dem Ganzen eine Menge Lebendigkeit.
"Sehnsucht" ist wie eine Art Zusammenfassung des bisherigen Schaffens der Band. Es vereint die besten Zutaten, ohne rückläufig zu wirken. Dabei schafft Lacrimosa immer wieder Kontraste. Ein volkstümliches Akkordeon wird in einen geradlinigen Rocksong eingebaut, ein Kinderchor steht gegenüber einer rauen Gitarre. Und natürlich immer wieder die Stimme von Mastermind Tilo Wolff. Er spricht, singt, ist meist weich, aber auch mal grell und überzeugt mit hingebungsvoller Leidenschaft. Aus der Sehnsucht schöpft er das ganze Spektrum zwischen Wut und Melancholie.
Neben der regulären Version des Albums ist auch die Special Edition im Digipak erhältlich. Diese wird (zum ersten Mal in der Geschichte von Lacrimosa) ein farbiges Cover haben. Zudem hat die Band von sechs Titeln alternative Aufnahmen in teilweise radikal anderen Versionen gemacht.
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