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Dream Theater Black Clouds & Silver Linings
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Unterentwickelt |
roz. "Black Clouds & Silver Linings" ist das zehnte Album der Progressive Könige Dream Theater. Die Band kopiert sich darauf weitgehend selber und schafft es erstmals in ihrem 24-jährigen Bestehen nicht, neue Impulse aufzugreifen. Einige Stellen wirken nicht ganz durchdacht. So ist zum Beispiel der Übergang aus dem Soloteil von "A Rite Of Passage" zurück in den Refrain für Dream-Theater-Verhältnisse allzu plump.
Mittelpunkt der CD ist "The Shattered Fortress", das den Abschluss von Mike Portnoys Anti-Alkoholiker-Suite bildet. Das fünfteilige Epos begann 2002 mit dem Song "The Glass Prison" auf dem Album "Six Degrees Of Inner Turbulence". Es folgten "This Dying Soul" (2003), "The Root Of All Evil" (2005) und "Repentance" (2007). Waren diese vier Songs jeweils eigenständige Nummern auf dem jeweiligen Album, so wirkt "The Shattered Fortress" im Gegensatz dazu eigentlich nur wie ein Medley. Der Song besteht fast ausschliesslich aus Zitaten der vorangehenden vier Songs, ganze Passagen aus "The Glass Prison" und "The Root Of All Evil" werden wiederholt. Wenn man alle fünf Songs hintereinander hört, verfehlt "The Shattered Fortress" seine Wirkung nicht. Auf dem neuen Album bestätigt der Song hingegen den Gesamteindruck: "Black Clouds & Silver Linings" wirkt unterentwickelt.
Einzig das 20-minütige "Count Of Tuscany" mit dem klangvollen Refrain und dem sphärischen Schlussteil hat das Zeug zum Dream-Theater-Klassiker. Positiv erwähnen muss man auch noch James La Bries Gesang, der wie schon auf dem vorangegangenen Album exquisit ist. Dies besonders auch, weil La Brie seine Stimme nicht mehr unnötig in die Höhe schraubt. Auf "Black Clouds & Silver LiningS" sind zudem deutlich mehr Vocal-Effekte zu hören, was für Abwechslung sorgt, und auch Growls kommen wieder vor.
Das Album ist in verschiedenen Versionen erhältlich. Fans kommen eigentlich nicht um die 3-CD-Edition herum, denn hier hat die Band rund 50 Minuten zusätzliche Musik aufgenommen. Es sind sechs Coverversionen. Los geht es mit Rainbows "Stargazer" (sehr cooler Song, macht Lust, sich das Original von 1976 mal wieder anzuhören). Dann folgt ein Medley aus uralten Queen-Nummern, ein Instrumental von den Dixie Dregs (inklusive Violinen-Solo von Jerry Goodman), der Song "Odyssey" von der mir völlig unbekannten Zebra, ein weiteres Instrumental von King Crimson und schliesslich das stimmungsvoll umgesetzte "To Tame A Land" von Iron Maiden.
Auf die dritte CD könnte man allerdings verzichten. Hier sind Instrumental-Mixes der sechs Album-Songs enthalten. Es fehlt aber nicht nur die Gesangsstimme, sondern auch alle Soli. Sich über 75 Minuten Basic-Tracks anzuhören, ist dann aber doch ein sehr zweifelhaftes Vergnügen.
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