 |
| Wertung
|
R=Redaktion
L=LeserInnen
Geben Sie Ihre Wertung ab!
|
|
|
|
Rosqo Taikonaut
|

|
Gelungenes Debüt mit allerlei Überraschungen |
roz. Langsam, wie ein aufkommendes Gewitter, baut sich der erste Track des Albums auf und entlädt sich am Ende in einem überraschenden Groove. Überraschungen gibt es auf dem Album "Taikonaut" immer wieder. Und Rosqo lassen sich auch immer wieder Zeit. Und dennoch ist keine Note zuviel. Beim Titeltrack z.B. dauert das Outro 1 ½ Minuten, ohne dass die Tonart oder das Rhythmusmuster gewechselt würden. Das ist beeindruckend.
Die Songs haben allesamt eine durchdachte und innovative Struktur. Die Band selber bezeichnet ihre Musik als "Rock Music with a soul", beseelte Rockmusik also. Und tatsächlich kann man den Lausannern auch eine emotionale Komponente nicht absprechen. Einige Songs sind sehr atmosphärisch und ruhig, andere explodieren fast durch ihre intensive Wucht. Da macht es auch nichts, dass der Gesang nicht ganz auf der Höhe mit der restlichen Band ist.
Taikonaut ist übrigens das chinesische Äquivalent zu einem Astronauten. Im Mittelteil von "A Thousand Leaves" experimentiert die Band endlosen Delay Feedbacks, was eine breite Gitarrenwand erzeugt, wie aus feinen Kometenpartikeln. Das folgende "Peure du vide" klingt schwer nach Tool und ist ein Post-Rock-Song in Vollendung. Das groovige "Budapest" und das stimmige "Weisshorn" sind weitere Höhepunkte auf diesem äusserst gelungenen Debüt. Chapeau!
|