 |
| Wertung
|
R=Redaktion
L=LeserInnen
Geben Sie Ihre Wertung ab!
|
|
|
|
Züri West Hoover Jam
|

|
Flucht vor den Folgen des Erfolges |
ds. Zwei Jahre nach dem "Härz" begeben sich Züri West auf die Suche nach ihren amerikanischen Vorbilder und nehmen in Philadelphia mit dem Star-Produzenten Stiff Johnson die nächste Platte auf. Man wird bei diesem Album den Eindruck nicht los, die Band habe sich mit aller Macht von ihrem Plötzlichen Mega-Seller-Status befreien wollen und die Reise nach Amerika wirkt wie eine Flucht vor den Folgen des Erfolges, die "I schänke dr mis Härz" mit sich brachte. Etwas verkrampft und aufgesetzt wirkt deshalb manchmal ihr Blues-Rock, die amerikanisierten Züri West vermögen nicht so recht zu überzeugen. Und Kuno scheint mit seiner Rolle als Womanizer überfordert ("eifach no chlii wiiter vogle", "du chasch uf miim Sofa penne" usw.). Die Geschichten kreisen um krude Typen und seltsame Liebesgeschichten, vermögen aber einen nicht so recht zu packen. Wunderbar gelungen ist dafür die Abrechnung mit den Journalisten in "Grossi Ohre". Der Song ist aber auch Ausdruck von Wut, er drückt den Ärger aus, den Züri West vielleicht darüber empfinden mussten, dass sie mit "I schänke dir mis Härz" plötzlich zu Cervelat-Promis und Boulevard-Futter wurden. "Hoover Jam" ist keine schlechte Platte, aber sie enttäuscht dennoch die hoch gesteckten Erwartungen nach dem grandiosen letzten Album.
|