 |
| Wertung
|
R=Redaktion
L=LeserInnen
Geben Sie Ihre Wertung ab!
|
|
|
|
QL Luscht
|

|
When Gölä meets Peach Weber |
lama. "Warum klingt keine Mundartband nach Offspring oder Iron Maiden?" Diese Frage von QL-Drummer Tosi steht am Anfang der Sinnesfindung. Der Pressrelease bezeichnet es als eine Frage der Ehre und des guten Geschmacks, dieses Manko zu beheben. Obwohl ich schon als kleines Mädchen Iron Maiden nicht wirklich cool fand (AC/DC, Rainbow und Snakefinger waren cooler), und Offspring ihre beste Zeit auch schon zehn Jahre hinter sich haben, finde ich den Vergleich eher deplatziert. QL, als rüppelhafte Rappelkiste angepriesen, sind etwa so cool wie ein Gölä in Australien. Mit diesem scheint sich die Seeländer Combo auch anlegen zu wollen: Jedenfalls versuchte sie ganz demonstrativ, bei zwei (!) kürzlichen Besuchen in Dani Becks 'Weekend Music', mehr Bierdosen auf Becks Desk zu hinterlassen als Göla in seinem halben Dutzend Fernsehauftritten am selben Ort.
Damit das Liedgut von QL schön fadegrad und ohne falsche Töne eingespielt werden konnte, musste das Bier dann aber draussen bleiben. Und so kommt der Postpunk dann auch daher: Sauber produziert und garantiert nüchtern. Man nennt das heute Funpunk. Gölä meets Peach Weber. Ich weiss nicht wieviel Fun Büne Huber, Toni Vescoli und Mani Matter an den verfunpunkten Versionen ihrer Klassiker haben, respektive hätten. Ich, für meine altgewordene Verfunpunktheit, finde dieses Teil very unluschtig.
Die Verkaufszahlen sprechen hier aber eine andere Sprache. 30'000 Mal ging der Erstling "Heimatschutz" über die Ladentische. Damit gehören QL zum hiesigen Mainstream. Ich entschuldige mich deshalb bereits an dieser Stelle vorauseilend für die nun folgende Note. Weil wir hier ja auch Platten von Bands besprechen, die nicht mal ihre eigenen Instrumente selber spielen können, gibts für QL immerhin noch eine 3.
|