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Info
Genre: Electronic

Trackliste
1. Lovely Head
2. Paper Bag
3. Human
4. Pilots
5. Deer Stop
6. Felt Mountain
7. Oompa Radar
8. Utopia
9. Horse Tears

Diskografie
Seventh Tree
(2008)
Supernature
(2005)

Review lesen
Black Cherry
(2003)
Felt Mountain
(2000)

Review lesen
Goldfrapp
Felt Mountain

Goldfrapp komponieren leicht wie Ennio Morricone und singen schwer wie Portishead.

sru. Wieder einmal eine der Zeit vorauseilende neue Band aus Bristol. Mit dem gewissen Etwas? - Goldfrapp besitzen das "gewisse Etwas"! Die zwei Briten basteln einen neuen Pop mit einer alten Musik. "Wir ignorierten bewusst, was gerade angesagt war. Es sollte eine Musik sein, die völlig ohne Beats, Sampling oder Hip-Hop auskam", erklärt Will Gregory, Filmkomponist, Arrangeur, Keyboarder und die eine Hälfte von Goldfrapp. Mit "Felt Mountain", dem Debut-Album mit Sängerin (unter anderem bei Tricky und Orbital) und Keyboarderin Alison Goldfrapp, der anderen Hälfte, gelang dem Duo aus dem südlichen London ein Sonnenschein an warmer Intensität, traurig kitschigen Melodien und Liedern voller melancholischen Bildern.
Will Gregory und Alsion Goldfrapp wollten ihre eigene Musik spielen - und das ist ihnen mit "Felt Mountain" gelungen.

Die Musik schwebt zwischen der Leichtigkeit Ennio Morricone und der Spannung eines Bond-Soundtrack - Melodien verführerischer französicher Popmusik der 60er und Slow-Motion EasyListening in bester Club-Lounge Manier von Heute. Goldfrapp erziehlen eine dichte an Sounds, instrumentiert von einem String Ensemble, Percussion, Saxophon, Synthezizer und Keyboard - zu schön, zu verletzlich und dramatisch vielschichtig sind die orchestralen Arrangements der Band. Verführt, dezent, getragen und doch immer sanft die warme Stimme Alison Goldfrapp. Goldfrapp singt himmlisch leicht und erdrückend schwer wie Beth Gibbson von Portishead, zerbrechlich und experimentierfreudig wie Björk und Stina Nordenstam und dann wieder liebevoll und betörend wie Shirley Bassey. Einzelne, der neun Lieder speziell hervorzuheben hat das Album nicht verdient. Die düstere, hauchende, melancholische und immer präsent unaufdringlich swingende und liebevolle Stimme,verspielten Tönen und sanften Klängen aus vergangenen Tagen erzeugen eine atmosphärische Dichte und eine Spannung - besser als in jedem Stummfilmsoundtrack. Einfach ohne Film - die Bilder erzeugt die Musik.

Stilistisches "Schubladendenken" lassen Goldfrapp mit ihrem Debut "Felt Mountain" gar nicht zu. Diese Platte ist alles und nichts. Ob es nun Pop ist oder Trip Hop ohne Beats, Klassik mit Kirmes-Musik und französischem Chanson, Sexfilmuntermalung aus den 60er mit dem Glamour der späten 80er oder arktische Kälte und vertraute Wärme. Goldfrapp haben ihre eigene Musik gefunden und selbst kreiert - mit ihren eigenen Phantasien und erst noch ziemlich gut!


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