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Info
Genre: Pop

Trackliste
1. Scream If You Wanna Go Faster
2. Shake Your Bootie Cutie
3. Calling
4. Feels Like Sex
5. Circles Round The Moon
6. Love Is The Only Light
7. Strength Of A Woman
8. Don't Call Me Baby
9. Lovey Dovey Stuff
10. It's Raining Men
11. It's Heaven And Hell (Being Geri Halliwell)
12. I Was Made That Way

Diskografie
Scream If You Wanna Go Faster
(2001)

Review lesen
Schizophonic
(1999)
Geri Halliwell
Scream If You Wanna Go Faster

Verwirrtes Dasein

yv. Wenn Marilyn Manson vor seinem Publikum seinen Hintern teilweise entblösst und mit den Zähnen fletscht, wird er verhaftet. Wenn Geri Halliwell hingegen ihren Anorexie-deformierten Körper vor einem Millionenpublikum halbnackt in den Spagat zwingt, wird dies als wahre Willensleistung beklatscht.

Das Publikum scheint sich lieber durch das gewollt und offensichtlich Schockierende wie im Falle Marilyn Manson oder des pöbelnden Eminem provozieren zu lassen. Es ist anscheinend bequemer, die schlechten Einflüsse des Popbusiness auf die Teenager auf dem Buckel solcher Exponenten auszutragen, als an der Fassade von Cosmopolitan-Cover-tauglichen Popprinzessinnen zu kratzen. Diese unterbrechen ja auch die oberflächliche 24-Stunden-Unterhaltung nicht weiter; Mädchen wie Geri, No Angels oder J'Lo sind nett anzuschauen und so harmlos wie aussagelos. Oder?

Einfältige Denkträgheit
Warum sich fürsorgliche Eltern mehr über Marilyn Manson ereifern, als wenn die Spice-Krise Geri Halliwell ihren Kindern nach schamloser Medienmanipulation und Psychotherapie mit schlechter Popmusik das Taschengeld abknöpft, ist ein Rätsel. Genau so, wie wenn Frauenorganisationen bei Eminem zwar Amok laufen, während es keinen stört, dass eine erschreckend abgemagerte, an Selbsttäuschung Leidende zur Ikone für Mädchen zwischen 12 und 18 wird. Wahr ist doch immerhin, dass sich noch immer mehr junge Frauen zu Tode hungern, als sich Teenager nach Eminems Anleitung unter Züge legen. Dennoch protestieren weder besorgte Eltern noch andere Interessenvertreter/-innen ernstlich dagegen, dass das Showbusiness durch Exponentinnen wie Geri Halliwell die Rolle der Frauen auf erfolgreiche Diäten und Blondiercrème-Anwendungen reduziert.

Dabei sah dies gerade bei Geri mal ganz anders aus. Nur wenige Lenze ist es her, seit die pralle Ginger Spice selbstbewusst als Advokatin der neuen "Girl Power" frech und farbenfroh in Erscheinung trat. Ihre Einstellung zum Speck an ihren Schenkeln war erfrischend entspannt und ihr Ausstieg aus den Spice Girls, immerhin der erfolgreichsten Band der Neunziger, zu Gunsten einer eigenen Karriere schien real motiviert. Angesichts soviel Dreistheit durfte man hoffen, dass hier eine Frauen-Göre eine Identitätsmöglichkeit für junge Frauen bot, die vital blubbernd abseits des durch die Super-Model-Manie erzeugte Leerheit des Neunziger-Frauenbildes existierte.

Schön wär's....
Doch seit damals hat sich das Blatt wieder gewendet. Im Big-Brother-Entertainment-Zeitalter ist es gerade für Frauen wohl eher salonfähig, ja fast schon normal als krankhafte Exhibitionistinnen durch das Leben zu wandeln. Gerade Geri schreckt nicht davor zurück, sich wiederholt als komplette Idiotin zu outen und sich von Busenfreund und Popstar Robbie Williams als Bett-Notlösung öffentlich demütigen zu lassen. Hauptsache man ist präsent in den Medien. Die Tatsache, dass eine Millionenschar Geri mit ihrer "It's Raining Men"-Kopie auf die Nr. 1 hievt und ihr sensationell schlechtes Album kauft und es toll findet, wie sie ihr darauf ihr bedauernswertes, verwirrtes Dasein abhandelt, spricht Bände - wenn auch traurige.


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