 |
| Wertung
|
R=Redaktion
L=LeserInnen
Geben Sie Ihre Wertung ab!
|
|
|
|
El*ke Wilder Westen
|
|
Geiler Rotz |
roz. El*ke sind zu dritt, zogen vom Emsland nach Berlin, sind aber weder mit den Ärzten noch mit der fetten Elke verwandt. Vielmehr werden Erinnerungen an den jungen Rio Reiser und die Tone Steine Scherben wach: Das Trio geht mit derselben unbändigen Energie zu Werke, wenn auch ohne politische Absichten.
El*ke wurde von Produzent Ralf Goldkind (Ex-Lucilectric) gefördert. Für die Produktion des Debütalbums „Wilder Westen“ war der eher im Pop beheimatete Goldkind dann aber wohl doch nicht ganz der Richtige. Man vertraute da lieber dem Erfolgsproduzent Olaf Opal (Die Sterne, Slut), und das ist gut so. Wer die Band schon live gesehen hat und den treibenden Sound von El*ke mag, wird auch vom Album nicht enttäuscht werden: denn auch die Produktion wurde rotzig und schmutzig umgesetzt und steht somit der Live-Authentizität der jungen Rocker in nichts nach.
Songs wie „Adrenalin (180 im Stehen)“, „Komm Baby“ oder das 80er-mässige „Was machen wir bloss“ (wo der goldene Reiter hinter der Band her ist) sind die besten Beispiele dafür: Diese Band rockt wie die Sau. Sänger Peter hat einen schlichtweg geilen, heiseren Rotz in der Stimme. Und die mit Grunge, Hardrock, Stonerriffs und Punk aufgewachsenen Jungs geben auch dann noch weiter Gas, wenn das Pedal schon unten angeschlagen ist. El*ke beherrschen aber nicht nur die kompakte Wucht sondern haben auch sehnsüchtige Popnummern am Start. Scheisse, die sind richtig gut! „Die Klitschkos schlagen sich ja auch im Ring die Fresse ein und essen zu Hause Milchschnitte“, bringt es Mücke auf den Punkt.
Wem also Wir Sind Helden zu spitzfindig sind, wer sich für Juli zu alt fühlt und Silbermond einfach nur doof findet, für den könnten El*ke die deutsche Lieblingsband von Morgen sein.
|