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Audioslave Live In Cuba
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Enttäuschend |
roz. Im Mai 2005 sorgte Audioslave für internationale Schlagzeilen: Als erste amerikanische Rockband in der Geschichte spielten sie vor 60’000 schreienden Fans in Havanna, Kuba. Während des 90-minütigen Konzerts sind nicht nur Songs aus ihrem Multiplatin-Debüt "Audioslave" und dem aktuellen Album "Out Of Exile" zu hören, sondern natürlich auch solche der Vorgänger-Bands Soundgarden und Rage Against The Machine. Die vorliegende Deluxe Edition enthält eine Bonus-CD mit bislang unveröffentlichten Songs aus der AOL-Session. Eine Doku zeigt, wie die Band in Cuba ankommt, auf der Strasse Fans trifft und ein wenig auf Sightseeing geht.
Der Schwachpunkt bei den Live-Auftritten von Audioslave ist Sänger Chris Cornell. Irgendwie schafft er es nicht, die gleiche Kraft in seinen Gesang zu legen wie im Studio. Er wirkt auch ein wenig verunsichert auf der Bühne. Auf seinem Gesicht steht ganz gross geschrieben: "Hey, Leute, ich weiss, dass ichs live nicht 100%-ig bringe. Aber hier müssen wir jetzt gemeinsam durch". Immerhin ist er hier sehr viel besser drauf als noch bei Live 8 oder beim Jazzfestival in Montreux. Aber "Shadow On The Sun" und "Out Of Exile" bleiben die Ausnahmen. Hier bekommt man genauso Gänsehaut wie bei den Studioversionen. Bei den Rage-Against-The-Machine-Songs sieht Cornell erst recht alt aus. Er hat einfach nicht den gleichen Zorn in sich wie dieser De La Roche. So wirkt "Sleep Now In The Fire" etwas blutleer. Bei "Bulls On Parade" verzichten Audioslave ganz auf den Gesang; die Nummer wird als gekürztes Instrumental vorgetragen. Auch "Black Hole Sun" von Soundgarden, das Cornell alleine mit der akustischen Gitarre vorträgt, versiebt er leider.
Die drei von Rage Against The Machine hingegen sind wie immer auf der Höhe. Bassist Tim Bob hat mindestens genauso flinke Finger wie Gitarrist Tom Morello. Letzterem zuzusehen, wie er diese komischen Geräusche fabriziert, macht immer wieder Spass. Eindrücklich auch, Schlagzeuger Brad Wilk zu beobachten, wie er auf die Felle drischt und bei jedem Schlag ganz weit ausholt. Nervig ist allerdings, dass das Bild oft nicht synchron mit dem Ton ist. Hier hat man beim Schnitt ganz einfach gepfuscht.
Die Bonus-CD der Deluxe-Edition hat eine Spielzeit von etwas über 22 Minuten und beinhaltet fünf Songs, die bei den AOL-Sessions aufgenommen wurden. Es ist kein Applaus zu hören. Die Song-Versionen haben aber ganz klar Live-Charakter. Sie klingen roh aber nicht undifferenziert. Der Gesang ist hier nochmals eine Spur besser, aber auch nicht ganz überzeugend. "Sleep Now In The Fire" ist hier sehr viel energiegeladener als beim Kuba-Konzert.
Was diese vier Musiker im Studio produzieren, ist eine Wucht. Aber live ist Audioslave eine Enttäuschung.
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