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Radio 200'000 Installation
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Raps von der Tribüne |
mws. In verschiedenen Medien tauchte in den letzten Wochen ein neuer Bandname auf. Radio 200 000, eine Rap-Crew aus dem Umfeld des FC Zürich, sei die grosse Hip Hop-Überraschung des Jahres. Von einer “mittleren Sensation“ sprach etwa die “Weltwoche“. Handelt es sich hierbei um verdientes Lob oder nur um den üblichen Promo-Hype? Die Antwort auf diese Frage fällt zwiespältig aus. Einerseits überzeugen die Beats, die von den drei Produzenten Sterneis, leOne und Freaza für das Debutalbum zusammengeschraubt wurden – Reggae plus Electro plus Funkrock plus der legendäre Beatnuts-Track “Watch Out Now“ ergibt in der Summe eine abwechslungsreiche Mischung.
Andererseits holpert und knirscht der eigentliche Sprechgesang. Zu oft passen Timing und Silbenaufteilung nicht zum Beat, was dazu führt, dass sich kein Flow entwickelt. Auch in den Gesangparts stossen die MCs Jet Domani, Sgoing Erlöst, Redl und Krasseranz an ihre Grenzen. Diese Kritikpunkte werden jedoch dadurch entschärft, dass die Anekdoten und Absurditäten, welche die Vier zum Besten geben, mit zum Lustigsten gehören, was im Mundart-Hip Hop bis anhin veröffentlicht wurde. Dazu kommt gespielte Grossspurigkeit - “Han e fetti Villa mit eme Pool i de Schtube“ – und der Mut, sich selbst nicht ernst zu nehmen: “So blöd, Mann, cha nur ich sii. Han sibe Fraue gha und gmeint es seig easy. Wänn’d aber de Name vo de eintä de andere seisch, findet die das nöd so geil, weisch?“ Damit sind Radio 200 000 inhaltlich ganz vorne dabei; rhytmisch bleibt jedoch ein klarer Rückstand auf die Schweizer Tabellenspitze.
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Kommentare:
Kommentar von hopp vom 26.10.2005:
Das Comeback des Jahres! Eigentlich ist es ja nur ein Halbpatziges. Aber eines mit einer ganz grossen Klappe. Redl und Jet Domani waren schon Anfang der Neunziger Jahre bei einer der ersten Mundart-Rap-Formationen überhaupt für die grossen Worte verantwortlich. Ihrer Zeit voraus waren schon Primitive Lyrics. „Radio 200 000“ ist es erst recht. Die Musik auf dieser Scheibe stammt grossmehrheitlich vom Zürcher Beat-Produzenten Sterneis. Sie hebt sich wohltuend von den häufig gekünstelten und oftmals stereotypen Beats aktueller Mundartrap-Produktionen ab. Besonders witzig der Eröffnungstrack „R.A.D.I.O.“. Buggles „Video Killed The Radio Star“ und Kraftwerk lassen freundlich grüssen.
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