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| Wertung
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R=Redaktion
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| Diskografie
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Easy Rider
(2006)
Review lesen |
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Mitleid
(1999)
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Strictly Gangsta
(1995)
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Allschwil Posse Easy Rider
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Der Rundschlag |
mws. Die beiden Typen aus Bern und Zürich kommen wieder zusammen und geben weiterhin vor, aus Allschwil (Baselland) zu stammen. Sie schnappen sich Dan Suter, einen der besten Schweizer Hip-Hop-Produzenten, und nehmen ein Album auf, das jenseits von Gut und Böse ist.
Besonders talentierte Rapper sind MC Folio und VR Horny zwar nicht, aber wen kümmert das? Es zählen nur die Geschichten, welche zum Besten gegeben werden. Diese handeln von Punkerfreundinnen, von den “sexy Wädli“ weiblicher Velokuriere, von “Gwalt und Suff“ im Kirchgemeindehaus von Allschwil, von “Riesenschnecken mit grünen Flecken“, die Novartis angeblich züchtet, und von ähnlich verdrehten Absurditäten. Erinnerungen an das Jahr 1995 werden wach. Damals sorgte die Allschwilposse mit dem Debut-Album “Strictly Gangsta“ und dem dazugehörigen Schlachtruf “Gwalt isch guet!“ für ordentlich Gesprächsstoff.
Jetzt haben wir 2006, und es bleibt abzuwarten, wie die Öffentlichkeit reagiert, wenn Folio und Horny wieder Register ziehen, von welchen die meisten nicht mal wussten, dass sie existieren. Die erste Single, “Kessel vo Altschtette“, hat jedenfalls das Potenzial zum öffentlichen Gesprächsthema. Der Song handelt vom Skandal um die Basler Fussball-Fans, die per Extrazug nach Zürich reisten und dort eine böse Überraschung erlebten. Die Allschwilposse ortet die Schuldigen blitzschnell: “Die Zugbegleiter, die sind e Witz, motze wäg zwei drei dräckige Sitz. Isch jo klar, dass sie sie so högschtens erreiche, dass d’Kunde in Papierkorb seiche!“
Nachdem der Extrazug mit den Fans in Zürich angekommen war, griff die Polizei hart durch. Kommentar Allschwilposse: “Iikesslät und gfesslät vom Trachteverein / vorroote und verkauft, wiit furt vo deheim / Usglachet und verspottet, schikaniert und fichiert / debii simmer nur bitz erläbnisorientiert!“
“Kessel vo Altschtette“ ist einer der wenigen Songs (oder sogar der Einzige?), bei welchem die Posse ein reales Anliegen hat, aber sogar die Kritik am Polizeieinsatz wird mit beissender Ironie vorgetragen. Bei den restlichen Texten dominiert wilde Phantasie – und immer wieder die Lust am Tabubruch.
Die eigene Herkunft verschleiern, sich über Sex-, Drogen- und Autoschiebermilieu lustig machen; Roman Kilchsberger, Chris von Rohr, Pascal Zuberbühler, Jesus, Aggro Berlin, Christoph Blocher, das Obergericht Zürich, die Toten Hosen, die SBB, Esther Maurer und etliche andere Personen/Institutionen durch den Kakao ziehen. Das ist es wohl, was man einen verbalen Rundschlag nennt. Unglaublich, diese Platte, in jeder Beziehung.
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