 |
| Wertung
|
R=Redaktion
L=LeserInnen
Geben Sie Ihre Wertung ab!
|
|
| Trackliste
|
|
1.
|
Alone In My Room
|
|
2.
|
She's On
|
|
3.
|
Movin'
|
|
4.
|
Just Let The Sun
|
|
5.
|
Purple
|
|
6.
|
Don't Need A Reason
|
|
7.
|
Nothing But
|
|
8.
|
Take Me On
|
|
9.
|
Fooling Yourself
|
|
10.
|
Falling For You
|
|
|
|
|
Skin Fake Chemical State
|

|
Ungewohnte Produktion |
roz. Skin sorgte Mitte der 90er als bekennende Lesbin und charismatische Frontfrau der Band Skunk Anansie für Schlagzeilen. Nach dem Bruch der Band im Jahre 2001 veröffentlichte sie ein Soloalbum, das man von ihr so nicht erwartete. Es war introvertiert und ruhig, geradeso als würde sich ein angeschossenes Tier die Wunden lecken. Die Texte waren weit wütender als die Musik. Nun kehrt die kahlgeschorene Engländerin wieder zu ihren Tugenden zurück. Eine gehörige Infusion Punk treibt den musikalischen Motor von "Fake Chemical State" an.
Produziert hat das neue Album Gordon Raphael, der für den urbanen Sound von The Strokes verantwortlich war. Er sorgte für eine unerwartet rauhe Produktion, es klingt sehr räumlich und eben halt sehr nach den ganzen "The"-Bands, deren Garage Rock'n Roll derzeit so in ist. Im ersten Moment ist das derart ungewohnt, dass man glaubt, die falsche Platte eingelegt zu haben. Die Frau, die da singt, das soll Skin sein? Hat man sich aber erst mal an die Produktion gewöhnt, wird einem klar, dass Skin ihre Tränen endgültig abgewischt hat und nicht mehr nur rumjammert wie auf "Fleshwounds". Es wird auf jegliche Schnörkel verzichtet, hier geht die Post ab. Und Skin liefert die ganze Klaviatur der Emotionen ab, singt, faucht, haucht, flüstert - stark. Skin geht gerne in die Offensive, das zeigt auch der Albumtitel, eine Anspielung auf die Allgegenwart von Drogen und Medikamenten in unserer Gesellschaft. Typisch sind auch ihre selbst eingesungenen, mehrstimmigen Chöre, wie etwa beim energischen "She's On". Absoluter Höhepunkt ist die enorm stimmungsvolle Ballade "Purple", ein Song, der einen vom ersten Moment an packt und nie wieder los lässt. Aber auch der kaschiert nicht, dass der Grossteil der rund 36-minütigen Platte nur mittelmässig ist.
|