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Genre: Rock

Various Artists
Strassenfeger - WM Musik aus Zürich

Die Welt zu Gast in Züri

ps. Selbst Afficionados haben schon vor der Fussball WM in Deutschland eine geballte Überdosis medialer Überflutung abgekriegt. Keine Gemütswankung und keine Muskelzerrung wurde ausgelassen. Dank Schweizer Fernsehen & Co. wurde schon die Vor-WM-Zeit zum Spiessrutenlauf. Wo ein Event ist, ist auch die Musikindustrie nicht weit. Mit einem peinlichen offiziellen Sampler und dem inoffiziellen Bashi-Smash-Hit („Bring en hei“) wurde jedenfalls noch kein Fettnapf ausgelassen.

Doch es gibt ein Licht am Ende des Tunnels: Aus dem meisterlichen Zürich erreichte uns diese Woche Rettung für alle geplagten Fussball-Seelen. Strassenfeger – WM Musik aus Zürich setzt einen wohltuenden Kontrast zum vorherrschenden Mainstream.

14 exklusive Songs haben die Initianten Moritz Wolf und Philipp Anz in nur drei Monaten zu einer Compilation zusammengetragen, die es in sich hat. Hier gibt es keine peniblen Solothurner Samples aus von Rohrscher Küche und kein monotones Olé Olé Hopp Schwiiz! Durchs Band witzige Songperlen aus der Limmatstadt bilden eine in sich stimmige Zusammenstellung die auch vor kruden Rhythmuswechseln nicht Halt macht. Auch hier wird die Schweiz durch ein – ironischerweise – Vonlanthen-Tor Weltmeister („Summernachtstraum“ von ET). Aber das ist nicht alles. Die Allschwil Posse denkt laut über das „Kopfballtor“ nach. Kreidemezger philosophiert in einem der Albumhiglights über Helden und Heilige („Mir laufed jedi Nacht über de See“) und lässt Gygax das Weltmeistertor gegen Brasilien schiessen. Radio 200000 rappt den grassierenden „Exklusiv“-Ausverkauf von FIFA und Konsorten („A de Bahnhofstrass verchauft de Juwelier scho Viererchette“ in „Nimm en im Muul“) und Gustavo Delux tanzt den Son („La Bola“). Passend zu dieser Sammlung exklusiver Werke gesellt sich noch eine Kellerpunk-Version des Klassikers „Football is coming Home“. Das einzige Olé müssen wir uns vom Ostschweizer Neo-Züri-Rapper Göldin anhören. Der Jammertaschenrapper setzt so was wie den stimmungsmässigen Tiefpunkt auf Strassenfeger. Ansonsten: Grosses Kino aus Zürich!


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