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Genre: Rock


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Dream Theater
Score

Sinfonischer Overkill

roz. Am 1. April 2006 gaben Dream Theater in der Radio Music City Hall in New York das Abschlusskonzert ihrer Welttournee. Rund 90 Minuten lang liessen sie sich dabei von einem kompletten Orchester begleiten. Dieses Konzert liegt jetzt als 3-fach-CD und Doppel-DVD vor: "Score: 20th Anniversary Live Tour With The Octavarium Orchestra".

Nach Deep Purple („Concerto For Group And Orchestra“), Metallica ("S&M") und Kiss ("Alive IV") steigen nun also auch Dream Theater mit einem Orchester auf die Bühne. Zweifel sind angebracht, ob das ohnehin schon opulente Repertoire der Band das ertragen wird. Und es ist halt wie bei den anderen Bands, die das Gleiche vor Dream Theater versuchten: Der sinfonische Charakter führt zum Overkill. Es ist wie bei einem guten Glas Wein, bei dem man weiter nachschenkt, bis es überläuft. Der Wein wird nicht besser, nur mehr.

Dennoch muss man Arrangeur und Dirigent Jamshied Sharifi lassen, dass er sein Bestes gab. Bei vielen Songs ersetzen die Streicher das Keyboard, und der Rest des Orchesters untermalt nur bestimmte Passagen. Zudem bietet sich natürlich das 42-minütige Epos "Six Degrees of Inner Turbulence" für die Orchestrierung an wie kaum ein anderer Song von Dream Theater. Aber es wirkt dann doch sehr gewöhnungsbedürftig, wenn das Intro plötzlich wie ein John-Williams-Sountrack zu einer Steven-Spielberg-Schnulze klingt.

Die Stunde davor rocken Dream Theater zum Glück noch ohne Orchester. Der oft kritisierte Sänger James La Brie tönt hier auch so rein wie selten. Er wirkt zwar etwas ausgebrannt (von der langen Tour), dafür übernimmt er sich nicht und singt wohltuend auf der Linie. Der Gitarrensound aus einer Wand von Mesa Boogies klingt enorm breitflächig, und es macht halt immer wieder Spass, diesem Portnoy bei seiner Schlagzeugakrobatik zuzusehen. Und trotz bereits fünf erschienener Live-Alben sind auf "Score" viele Songs, von denen es bisher keine Liveversionen gab. Mit "Another Won" aus Majesty-Tagen und "Raise The Knife", einem Überbleibsel von den "Falling Into Infinity"-Aufnahmen, sind gar zwei wahre Leckerbissen mit dabei. Weitere Höhepunkte sind das kommerzielle "I Walk Beside You" und Jordan Rudess Darbietungen auf dem Fingerboard, eine Art elektronische Slidegitarre auf Touchscreen-Basis.

Die DVD bietet daneben noch eine rund einstündige Dokumentation über 20 Jahre Bandgeschichte sowie drei Bonustracks: "Another Day" von 1993 (mit Kevin Moore am Keyboard!), eine schöne sphärische Version von "The Great Debate" von 2002 sowie "Honor Thy Father" von 2005.


Kommentare:
Kommentar von glamionius vom 30.11.2006:
James singt wie ein wahrer Gott.
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