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Genre: Rap


Diskografie
Musikmaschine
(2006)

Review lesen
Gern geschehen
(2003)
Eins A
(2001)
Grosses Kino
(1999)
Kein Zufall
(1997)
Blumentopf
Musikmaschine

Läuft auf Hochtouren!

mws. Seit zehn Jahren mischt der Blumentopf die deutsche Rapszene auf und besetzt zusammen mit Acts wie den Fantastischen Vier oder den Beginnern die humorvolle, selbstironische Ecke, wo eine gute Geschichte mehr Wert ist als eine Karriere als Klein-Dealer.

Nach dem vierten Album "Gern geschehen" (2003) war lange Zeit ungewiss, ob von den Münchnern überhaupt noch ein Lebenszeichen zu hören sein würde, denn nach acht Jahren Karriere machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Spätestens seit der WM 2006, als Blumentopf die Spiele der deutschen Mannschaft im Fernsehen mit kurzen Raptracks ("Raportagen") kommentierten, ist jedoch klar: Im Topf spriesst wieder was. Nun ist das Werk draussen, "Musikmaschine" heisst es, und lang ist es: genau 74 Minuten und 30 Sekunden, 21 Tracks beinhaltend.

Die Topf-Texte wuchern wie gewohnt in alle Richtungen, es gibt die Antreiber ("Schweiss", "Mehr"), die Nachdenklichen ("Du und Ich", "Lass die Show") und die Witzig-Bösen ("Chin Chin", "Platz 80"). Bei einigen Tracks ist die Textidee direkt in den Beat eingeflossen: Die Lyrics von "Profis" handeln von der Liebe zur Spielkonsole. Was liegt also näher, als auch den Beat aus Games-Geräuschen zusammenzukleben? Das tönt zwar wie Super-Mario auf Speed, vermittelt aber das fiebrige Gefühl, wenn man das Joypad nicht aus der Hand legen kann, weil man "nur noch einen Level ..." schaffen will, perfekt. Eine zweite Liebeserklärung geht ans Skateboarden (Tracktitel: "Die Bretter, die die Welt bedeuten"). Der entspannte Beat besteht nur ein wenig Keyboard und dem typischen Skateboard-Klack-Klack-Geräusch.

Während der Produktion von "Musikmaschine" haben die Bandmitglieder Cajus, Holunder, Roger, Schu und DJ Sepalot vermehrt zu richtigen Instrumenten gegriffen. Für viele Tracks haben die Fünf eine kurze Instrumental-Linie aufgenommen, nur um sie dann in bester Sample-Tradition wieder zu zerschnippeln und daraus einen pumpenden 4/4-Beat zu basteln. Gutes Beispiel hierfür ist "Horst", die erste Single. Das dazugehörige Video ist ein kleines Juwel; es besteht aus einem Zusammenschnitt verschiedener "Installationen" von Roman Signer. Das ist der Künstler aus dem Appenzell, der unter anderem ein halbes Dutzend Stühle gleichzeitig aus dem ersten Stock eines Kurhauses schoss und auch sonst gerne mit Sprengstoff und Zündschnüren experimentiert.


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